Ideen von gestern sind selten eine Lösung für die drängenden Probleme von heute. Sonst wären sie längst umgesetzt. Trotzdem werden sie oft dann aus der Schublade gezogen, wenn allgemeine Ratlosigkeit herrscht, wie in der aktuellen Energiekrise. Davor sind selbst Wissenschaftler nicht gefeit, wie das Beispiel Fracking zeigt. Bei diesem Verfahren werden gashaltige Gesteinsschichten in der Tiefe aufgebrochen und der Rohstoff mit teils giftigen Chemikalien herausgelöst. Berater von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bringen diese umstrittene Methode nun wieder ins Spiel. Genauer gesagt der „Wissenschaftliche Beraterkreis Wirtschaftspolitik“, dem renommierte Ökonomen wie Veronika Grimm, Justus Haucap, Stefan Kolev und Volker Wieland angehören. Dabei müssten es die Experten eigentlich besser wissen.
Vergangene Woche legte die Expertenrunde ein Kurzgutachten zu den Folgen der Energiekrise vor. Darin schlagen sie unter anderem vor, die heimische Gasförderung auszuweiten und Fracking zu prüfen. Das lässt aufhorchen. Erdgas aus heimischen Gefilden? In Mengen, die dazu beitragen können, den Hunger nach dem fossilen, klimaschädlichen Rohstoff in Deutschland zu mildern oder gar zu stillen? Schlummert da vielleicht ein bisher nicht erkannter, gewaltiger Schatz im Boden? Klingt zu schön, um wahr zu sein.
MeinungEnergiepolitikFracking löst die Energiekrise nicht
Kommentar von Silvia Liebrich
Lesezeit: 2 Min.

Die Berater von Wirtschaftsministerin Reiche bringen die umstrittene Gasfördermethode wieder ins Spiel. Was für ein Unsinn.
