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Forum:Von Wien lernen

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Stefan Gärtner, 47, ist Direktor des Forschungsschwerpunktes Raumkapital am Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Er ist an mehreren Forschungsprojekten zum Thema Strukturpolitik und Urbane Produktion beteiligt.

(Foto: oh)

Das Ruhrgebiet kann auf vieles stolz sein. Aber es sollte neue Chancen nutzen, so wie es die österreichische Hauptstadt getan hat. Sie holte die Produktion zurück in die Stadt.

Tonnenideologisch war das Ruhrgebiet schon immer spitze: Attribute wie "größte Industrieagglomeration Europas" oder "die meisten Theater, Hochschulen, und Museen" fallen oft. Abgesehen davon, dass es nur wahrscheinlich ist, dass im größten Ballungsraum Deutschlands die meisten Museen und Hochschulen zu finden sind, sagt die schiere Zahl noch nichts über die Qualität. Der seit den 1960er Jahren forcierte Aufbau der Forschungs- und Bildungsinfrastrukturen, die Internationale Bauausstellung Emscherpark, der Umbau des Emscherflusssystems, die Konzentration von Teilen der Planungshoheit auf den Regionalverband Ruhr und die vielen struktur- und sozialpolitischen Programme können aber als Erfolg angesehen werden. Und überhaupt scheint aus internationaler Perspektive der Strukturwandel gelungen, was sich unter anderem an den vielen Gruppen aus China, Osteuropa und sonst überall aus der Welt zeigt, die ins Revier kommen, um sich den Wandel erklären zu lassen. Seit Willy Brandt 1961 den Leitsatz ausgesprochen hat "Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden", ist es ja auch wirklich besser geworden.

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