Forderung nach mehr Lohn Post-Mitarbeiter streiken

Briefe kommen in diesen Tagen wohl erst mit Verspätung an: Beschäftigte der Deutschen Post haben ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Konzern Einschüchterung vor.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben die Beschäftigten der Deutschen Post gestreikt. In allen 83 Briefzentren hat die Gewerkschaft Verdi Mitarbeiter dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Daher werde es bei der Zustellung der Post in ganz Deutschland zu Verzögerungen kommen.

Verdi wirft der Post vor, Angestellte einzuschüchtern, um sie von der Teilnahme an Streiks abzuhalten. Die Gewerkschaft stützt sich dabei auf Anrufe, Gedächtnisprotokolle und Vermerke von Betroffenen. Eine Arbeitnehmerin zitierte eine Führungskraft mit den Worten, die "übergeordneten Stellen" schauten darauf, wer streike und wer nicht: "Und die haben auch schon den Hinweis gegeben, dass sie gerade bei befristeten Kräften genau auf die Verträge schauen." Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung bestritt die Post die Vorwürfe nicht ausdrücklich.

Verdi fordert für die 140 000 Mitarbeiter eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich. In der vierten Verhandlungsrunde hatte das Management ein Angebot vorgelegt, das Verdi aber strikt ablehnte. Daraufhin wurden die Verhandlungen abgebrochen. Hintergrund ist die Gründung von 49 Gesellschaften in der Paketzustellung, die Verdi für unzulässig hält. Als Entschädigung dafür fordert sie kürzere Arbeitszeiten.

Arbeitskampf Gewerkschafter werfen Post Einschüchterung vor
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Gewerkschafter werfen Post Einschüchterung vor

Die Deutsche Post soll befristet Angestellten mit dem Verlust ihres Jobs gedroht haben, sofern sie beim Streik mitmachen. Dies wirft die Gewerkschaft Verdi dem Konzern vor. SPD-Chef Gabriel ermahnt die Konzernspitze.   Von Detlef Esslinger