Forbes-RanglisteDer Meister ist zurück

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Warren Buffett ist wieder der reichste Mensch der Welt - es folgen ein Mexikaner, ein Amerikaner und drei Inder.

Marcus von Landenberg

Warren Buffett ist an die Spitze der Superreichen zurückgekehrt. 13 Jahre stand scheinbar unverrückbar sein Freund, Microsoft-Gründer Bill Gates, auf dem ersten Platz der Milliardärs-Liste, die jährlich vom amerikanischen Magazin Forbes veröffentlicht wird.

Vor einigen Monaten wurde der Software-Mann aus Seattle dann vom mexikanischen Mobilfunkunternehmer Carlos Slim Helu überholt. Und nun auch noch von Buffett. Rund 40,5 Milliarden Euro darf der 77jährige Investor derzeit sein Eigen nennen, Slim bringt es auf 39,2 Milliarden Euro, und als Dritter im Club der Superreichen folgt schließlich Gates, mit immerhin gut 37,9 Milliarden Euro.

Die reichste Frau der Welt bleibt mit Platz 17 weiterhin die Französin Liliane Bettencourt mit einem Vermögen von 15 Milliarden Euro. Die 85-Jährige verdankt das viele Geld vor allem ihrem Vater, dem Gründer des Kosmetikkonzerns L'Oreal.

Zuckerberg - jüngster Selfmade-Milliardär

Die Experten sind sich einig: Buffett hat sich den Spitzenplatz redlich verdient. Sein Comeback fällt in eine Zeit, in der die Finanzwelt unter den Auswirkungen der amerikanischen Immobilienkrise leidet und an den Börsen an manchen Tagen hunderte von Milliarden vernichtet werden. Doch Buffetts Reichtum wuchs munter weiter - und dies, obwohl der Philanthrop Jahr für Jahr viel Geld für wohltätige Zwecke ausgibt.

Doch seine Investments werfen mehr ab, als Buffet für das Leben und für Gutestun braucht. Seine Spürnase für gute Geschäfte ist legendär - manch einer scherzt, es sei bei ihm genetisch angelegt.

Möglich wär's: Bereits im Alter von sechs Jahren hat er schon Geschäfte mit einer Rendite von zwanzig Prozent gemacht, indem er am Strand Cola-Flaschen für 30 US-Cent verkaufte, die er zuvor für 25 Cent erstanden hatte.

Im Rentenalter läuft's noch besser: Bereits seit 2002 wettet Buffett auf einen schwächelnden Dollar und wurde nicht enttäuscht. Kein Wunder, dass seine Weisheiten weltweit vielen Fans als Mantra dienen, etwa: "Ich investiere nur in Firmen, deren Geschäft ich verstehe", lautet einer dieser Sätze.

Reichster Deutscher - und damit die weltweite Nummer zehn der Superreichen - bleibt weiterhin Karl Albrecht. Der 88-jährige Gründer der Supermarktkette Aldi verfügt über geschätzte 17,8 Milliarden Euro und hat damit im familieninternen Duell weiter die Nase vorn. Sein drei Jahre jüngerer Bruder Theo kommt als zweitreichster Deutscher nur auf knapp 15 Milliarden Euro und damit auf Platz 16 der Forbes-Liste.

Doch es ist nicht nur die Zeit der Altbekannten: Mit 23 Jahren hat der amerikanische Internetgründer Mark Zuckerberg auf der aktuellen Reichenliste eine Rekordmarke als jüngster Selfmade-Milliardär gesetzt. Der Erfinder des sozialen Internet-Netzwerks Facebook, das auch die Vorlage für das in Deutschland boomende Studentenportal StudiVZ lieferte, ist rund 980 Millionen Euro schwer. Dies sind gut 1,5 Milliarden US-Dollar, und der amerikanische Dollar ist die entscheidende Währung, um es auf die berühmte Liste zu schaffen.

Die Zahl der Dollar-Milliardäre ist im vorigen Jahr erstmals auf über tausend gewachsen, mittlerweile sind es 1125. Noch vor vier Jahren zählte Forbes etwa halb so viele. Die große Masse der Schwerreichen stammt freilich immer noch aus den USA. Doch auch in den Schwellenländern gibt es immer mehr Milliardäre. Auf Platz zwei der im Ländervergleich liegt Russland, dort leben 87 Superreiche.

Die größten Gewinner kommen jedoch aus Indien. Alle vier Asiaten auf den obersten zehn Plätzen stammen aus dem einst völlig verarmten Entwicklungsland. Viertreichster Mensch der Welt ist der Stahlunternehmer Lakshmi Mittal, der in London lebt. Er verzeichnete im vergangenen Jahr einen Vermögensplus von 8,5 Milliarden auf 29,4 Milliarden Euro. Auf den beiden Plätzen dahinter liegen die indischen Brüder Mukesh Ambani (28,1 Milliarden Euro) und Anil Ambani (27,5 Milliarden Euro), die 2005 im Streit den von ihrem Vater gegründeten

Mischkonzern Reliance unter sich aufteilten. Auch der reichste Immobilienunternehmer der Welt stammt aus Indien: Kushal Pal Singh sei um "unglaubliche 54 Plätze" nach oben gestiegen und belege mit 19,6 Milliarden Euro nun den achten Rang auf der Milliardärsliste, berichtete das Wirtschaftsmagazin.

In China führt eine 26-jährige die Reichtumsrangliste an: Yang Huiyan verdankt ihre rund 4,8 Milliarden Euro ihrem Vater, der ihr 58 Prozent des von ihm gegründeten Immobilienkonzerns vermacht hat. Die junge MIlliardärin teilt ihr Glück gern mit anderen: Ihr Hochzeitsvideo ist im Internet-Portal Youtube für jedermann abrufbar.

© SZ vom 7.3.2008/hgn - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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