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Fonds zur bauspartechnischen Absicherung:Bausparkassen plündern Notfallfonds

Maisach: Neubaugebiet / Gewerbegebiet West / Immobilien; WIR

Viele Häuslebauer haben nicht für den Krisenfall vorgesorgt.

(Foto: Johannes Simon)
  • Die deutschen Bausparkassen bedienen sich im großen Stil in einem Notfonds. Der wurde ursprünglich eingerichtet, um Bausparern die Zuteilung ihrer Verträge zu garantieren.
  • Die Mittel würden angesichts der niedrigen Zinsen "zur Risikoabwehr" eingesetzt, sagt ein Sprecher des Verbands der Privaten Bausparkassen.
  • Es gibt aber Fälle wie den der Schwäbisch Hall, die einerseits auf die Fondsmittel zugreift, andererseits aber Gewinne ausschüttet.

Die Slogans sind Jahrzehnte alt. Aber sie haben sich eingebrannt: "Auf diese Steine können Sie bauen." (Schwäbisch Hall) - "Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause." (LBS) - Und, ach ja, bitte nicht vergessen: "Am 31.12. ist Wüstenrot-Tag." Dazu passt, dass angeblich neun von zehn Deutschen den Bausparfuchs kennen. Bausparen war schließlich mal Volkssport hierzulande. Ein Stück alte Bundesrepublik. Wie die D-Mark. Oder der VW-Golf. Bloß: Welcher Häuslebauer richtet sich heute noch nach dem Wüstenrot-Tag?

Tatsächlich bauen die Deutschen so viel wie zuletzt zu Zeiten der Wiedervereinigung - doch ausgerechnet die Branche, die jahrzehntelang für den Traum von den eigenen vier Wänden stand, profitiert kaum vom Boom. Im Gegenteil: Die Bausparkassen ächzen unter den niedrigen Zinsen. Bei manchen Anbietern sind die operativen Zahlen inzwischen tiefrot - etwa bei der großen BHW oder auch bei kleineren Anbietern wie der Aachener Bausparkasse.

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Es geht nun ans Eingemachte. Und das heißt konkret: an ein Vehikel, das sich "Fonds zur bauspartechnischen Absicherung" (kurz: FtbA) nennt. Es ist eine Art Sicherheitspolster für schlechte Zeiten. Ein Blick auf die Zahlen ist erschreckend: Ende 2014 weist der FtbA noch über 2,2 Milliarden Euro aus. Ende 2016, das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen, sind es nur noch 1,3 Milliarden Euro.

Zu einzelnen Anbietern äußert sich das Finanzministerium zwar nicht. Allerdings lassen sich die Zahlen aus den Geschäftsberichten herauslesen, die in den vergangenen Wochen nach und nach im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden. Allein Schwäbisch-Hall hat demnach vergangenes Jahr 350 Millionen Euro aus dem FtbA entnommen. Bei Wüstenrot waren es 82 Millionen Euro, bei der BHW 68 Millionen Euro. Der Fonds, so scheint es, wird momentan regelrecht geplündert. Doch was hat das zu bedeuten?

Seit 2014 haben sich die Mittel im Notfallfonds fast halbiert

Der Fonds zur bauspartechnischen Absicherung stammt aus den frühen 90ern, also aus einer Zeit, als im Fernsehen tatsächlich noch die "Auf diese Steine"-Spots liefen. "Um die Gründung des Fonds zu verstehen, muss man sich die Tücken des klassischen Bausparmodells vor Augen führen", sagt Dirk Ulbricht, Geschäftsführer des verbrauchernahen Instituts für Finanzdienstleistungen in Hamburg. "Auf der einen Seite stehen diejenigen, die sich noch in der Ansparphase befinden - und auf der anderen jene, die ihren Kredit abrufen wollen. Wenn die zweite Gruppe zu stark wächst, werden irgendwann die Mittel knapp. Genau für solche Phasen hat man damals den Fonds gebildet. Quasi als eine Art Puffer."

Die Sorgen von damals hätte die Branche heute gern. Denn aus Sicht der Bausparkassen rufen nicht etwa zu viele Menschen ihre Kredite ab - sondern zu wenige. Bei Banken und Sparkassen gibt es langfristige Hypothekenkredite inzwischen für zwei Prozent und weniger. Wer braucht da noch die klassische Bausparkasse? Es ist sogar so, dass viele Bausparer einfach weitersparen.