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Fonds für Unternehmensanleihen:Die besten Zeiten sind vorbei

Unternehmensanleihen zählten in den vergangenen Jahren zu den begehrtesten Anlageklassen. Davon profitierten Fonds, die in die Papiere investieren. Zumindest bei einzelnen Firmen wie General Motors nehmen die Ausfallrisiken jedoch wieder zu, steigende Leitzinsen in den USA belasten den Markt zusätzlich.

Erst General Motors, jetzt auch noch Ford: Gewinnwarnungen der amerikanischen Autohersteller haben den Markt für Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) erschüttert.

Kampf um Marktanteile: Ein Ford-Händler in den USA senkt die Preise. Weil US-Autohersteller wie Ford und General Motors Gewinnwarnungen aussprachen, kam es zu Abschlägen bei Firmenanleihen.

(Foto: Foto: AP)

Beide US-Konzerne zählen weltweit zu den größten Emittenten von Firmen-Bonds. Drei Jahre lang waren die Kurse dieser Papiere ständig gestiegen. Nachdem 2000 die Aktienkurse eingebrochen waren, suchten Investoren einerseits mehr Sicherheit, andererseits höhere Zinsen, als Staatsanleihen in den vergangenen Jahren abwarfen.

Fonds für Unternehmensanleihen, die schwerpunktmäßig in Bonds mit einer guten Bonitätsnote (Investmentgrade) investieren, erwirtschafteten binnen drei Jahren bis zu 25 Prozent Rendite.

Noch höher waren die Erträge von Fonds, die vorwiegend in spekulative Firmenanleihen (Speculativegrade) anlegen: Sie schafften bis zu 42 Prozent Rendite.

Selbstläufer

Allerdings gelang es selbst den Besten nicht, den Merrill Lynch Euro High Yield Index zu schlagen, der den Markt für derartige Anleihen abbildet. Insgesamt aber war das Geschäft mit Unternehmensanleihen ein Selbstläufer, für Emittenten wie für Investoren: "Nahezu alles was an den Markt kam, wurde fast blind gekauft", sagt Uwe Burkert, Leiter Credit Research bei der Landesbank Baden-Württemberg.

Die hohe Nachfrage trieb die Kurse, die Renditen fielen entsprechend. Die Risikoaufschläge von High-Yield-Anleihen gegenüber Bundesanleihen fielen Anfang März auf ein Tief von 235 Basispunkten, bei Bonds mit Investmentgrade betrug der Zinsaufschlag nur noch 45 Basispunkte.

Herber Rückschlag

Und dann kam General Motors. "Das war ein herber Rückschlag für Unternehmensanleihen", stellt Frank Hagenstein fest, Leiter des Corporate Bond Teams bei Union Investment.

Der Autohersteller senkte Mitte März seine Gewinnprognosen, die Ratingagentur Standard & Poor's prüft seither, die GM-Anleihen künftig als spekulativ einzustufen. Die Folge: Viele Fonds dürften die Anleihen nicht mehr halten, wenn sie denn tatsächlich als Schrottanleihen (Junk-Bonds) eingestuft würden. Die Fondsmanager trennten sich daher schon vor einer möglichen Herabstufung von den Papieren.

"Den Anlegern ist durch GM wieder bewusst geworden, dass auch Anleihen eines solchen Großkonzerns zu Junk-Bonds mit einem hohen Ausfallrisiko werden können", erklärt Anleihenexperte Burkert.