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Folgen der Finanzkrise:Die Fusionswelle ebbt ab

Doch wer verkauft derzeit überhaupt seine Firma? Die Zahlen von Thomson Reuters zeigen, dass sich kleinere Firmen leichter veräußern lassen als große. Keller bestätigt das. "Wir haben derzeit mehr als 30 Verkaufsmandate, und es ist wegen der Krise noch keine Transaktion zurückgezogen worden."

Dagegen beobachten Kazmierowski von Close Brothers und Drill von Lincoln, dass es immer häufiger Probleme gibt, grundsätzlich beschlossene Transaktionen auch abzuwickeln. "Das Hauptproblem ist derzeit, dass es unterschiedliche Auffassungen über die erwartete Geschäftsentwicklung zwischen Verkäufer und Käufer gibt", erklärt Drill. Während mancher Käufer auf ein Schnäppchen hofft, sind viele Verkäufer noch nicht von ihren Preisvorstellungen abgerückt.

Dabei sind die Preise für mittelständische Firmen seit Sommer 2007 schon um etwa 20 Prozent gefallen, schätzt Keller. "Der Bewertungsrückgang wird sich noch beschleunigen", erwartet Kazmierowski. Am wenigsten ficht diese Entwicklung offenbar Familienunternehmer an. Keller erklärt das so: "Familien, die sich jahrelang mit der Entscheidung gequält haben, ihre Firma zu verkaufen, entscheiden weitgehend losgelöst von Börsenabschwung und Rezession."

Nun kommen die Asiaten

Insgesamt rechnet Drill damit, dass sich das Fusionsgeschäft normalisiert, wenn sich die Situation bei den Banken beruhigt. Nach wie vor gelte, dass die deutsche Wirtschaft restrukturiert werden müsse. "Der deutsche Mittelstand schreit nach neuen Eigentümerstrukturen."

Nur: 25 Prozent Rendite seien für Firmenkäufer eben nicht mehr drin. "Käufer werden 2009 etwa zur Hälfte aus Asien kommen", glaubt Keller. Lincoln und Close Brothers sehen den Asienanteil am mittelständischen M&A-Geschäft nur langsam wachsen; sie beraten allerdings größere Firmen. "Asiaten kaufen in Deutschland eher kleinere Firmen, weil ihnen die Erfahrung im hiesigen Mittelstand fehlt und sie die Risiken begrenzen wollen", erklärt Keller.

Schließlich dürften auch Finanzinvestoren bald wieder ins Spiel kommen. Dafür könnte ausgerechnet die Branche selbst sorgen: "Wir werden viele Beteiligungsgesellschaften und Hedgefonds sehen, die Firmen verkaufen müssen, um an Liquidität zu kommen", sagt Kazmierowski. Von 2010 an müssen viele Firmen die hohen Schulden refinanzieren, die ihnen im Zuge von Übernahmen durch Finanzinvestoren in den vergangenen Jahren aufgebürdet wurden. Vielen dürfte das nicht gelingen.

Spätestens dann schlägt die Stunde von Peter Löw. Restrukturierer wie BluO oder die amerikanische Cerberus erstellen bereits lange Listen möglicher Pleitekandidaten.