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Luftfahrt:Sie fliegt, und fliegt, und fliegt...

Ölüberwachungsflugzeug übergeben

Die Bundeswehr betreibt zwei spezielle Flugzeuge vom Typ "Do 228": Als "Öljäger" suchen sie die deutschen Seegebiete nach Verschmutzungen ab.

(Foto: Ingo Wagner/picture alliance/dpa)

Eigentlich sollte die "Do 228" von Dornier längst nicht mehr gebaut werden. Doch nun könnte sie, wieder einmal, eine Ehrenrunde drehen - diesmal als Drohne.

Von Jens Flottau, Frankfurt

Sollte jemand ein Buch über die erstaunlichsten Geschichten der Luftfahrtindustrie schreiben, müsste es wohl auch ein kleines Kapitel über die Do 228 von Dornier enthalten. Nicht, weil das Flugzeug kommerziell so erfolgreich oder technologisch so überlegen wäre - sondern einfach, weil es die kleine Propellermaschine immer noch gibt. Und weil sie nun, nachdem der US-Konzern General Atomics das Programm vom Schweizer Luftfahrtunternehmen Ruag gekauft hat, sogar weiterproduziert werden könnte.

General Atomics, einer der großen Lieferanten des Pentagons und Spezialist für militärische Drohnen, hat beschlossen, sein Europageschäft zu stärken und auch eine zivile Plattform zu etablieren. Da traf es sich gut, dass Ruag einen Teil seiner am Flughafen Oberpfaffenhofen bei München angesiedelten Geschäftsbereiche verkaufen wollte: die Flugzeugwartung - und eben die Do 228.

1982 wurde erstmals eine Maschine des Typs ausgeliefert, 270 Stück wurden insgesamt gebaut. 1998, als Fairchild den traditionsreichen Flugzeugbauer Dornier übernahm, wurde die Do 228 eingestellt, nur der Lizenzbau bei Hindustan Aeronautics in Indien lief weiter. Als die Firma 2002 Insolvenz anmeldete, schien ein Comeback endgültig undenkbar zu sein. Doch dann kaufte Ruag das Programm zusammen mit einigen anderen Teilen von Fairchild Dornier und führte es weiter. Als Do 228 NG wurde das Modell leicht modernisiert, verkaufte sich aber nur noch schlecht. Damit schien das kleine Regionalflugzeug wirklich am Ende zu sein.

General Atomics hat nun allerdings neue Pläne: "Wir sehen großes Potenzial, unser Know-how bei der Do 228 mit den Kompetenzen von General Atomics bei unbemannten Flugzeugen zu verbinden", sagt Europa-Chef Harald Robl. Man könne ein Innovationstreiber in der zivilen Luftfracht werden. Auf ihre alten Tage könnte die Do 228 nun also noch zur Fracht-Drohne werden - und damit schon deshalb Aufmerksamkeit erregen, weil sich Pilotengewerkschaften weltweit aus naheliegenden Gründen gegen solche Ideen wehren.

Und die Do 228 ist nicht das einzige alte Dornier-Modell, das einfach immer weiter fliegt. Auch die größere Do 328, erstmals ausgeliefert im Jahr 1993, soll von ihrem neuen Eigentümer Deutsche Aircraft bald als D 328 Eco ebenfalls wieder gebaut werden. Allerdings in Leipzig.

© SZ
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