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Flugzeugbranche:Ausschreiben, bitte

British-Airways-Konzern will bei Boeing bestellen, trotz der Probleme beim US-Konzern. Konkurrent Airbus hofft dennoch auf den Großauftrag.

Der Flugzeugbauer Airbus lässt sich von der Konkurrenz nicht abschrecken. Obwohl IAG, die Muttergesellschaft von British Airways, einen Großauftrag an Boeing vergeben will, hat Airbus das Thema noch nicht abgeschrieben. Es geht um neue Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge. "Wir werden unser Angebot sehr gerne unterbreiten, wenn es eine Ausschreibung gibt", sagte Airbus-Chef Guillaume Faury am Rande der Paris Air Show.

IAG hatte für Aufsehen gesorgt, weil sie auf der wichtigsten Luftfahrtmesse des Jahres eine Absichtserklärung für den Kauf von 200 Boeing 737 Max unterschrieben hatte. Für die Maschine gilt derzeit nach zwei Abstürzen ein Flugverbot. Boeing ist dabei, eine neue Flugsoftware zertifizieren zu lassen. Beobachter rechnen damit, dass die Max im Juli oder August in den USA wieder starten darf.

IAG hatte für den Auftrag keinen Wettbewerb ausgeschrieben, doch der gilt als ein wesentlicher Schritt für Boeing, das Vertrauen in das Modell wiederherzustellen. Der Konzern, zu dem neben British Airways auch Iberia, Aer Lingus, Vueling und Level gehören, betreibt derzeit eine reine Airbus-Flotte auf den Kurz- und Mittelstrecken. IAG-Chef Willie Walsh hatte in den vergangenen Wochen mehrfach angedeutet, dass er im Konzern wieder zwei Hersteller für Standardrumpfflugzeuge haben will, um für einen besseren Wettbewerb zu sorgen.

Dennoch ist die Paris Air Show für Airbus ein Erfolg, auch wenn die Menge der Aufträge unter dem Niveau der Vorjahre geblieben ist. Vor allem die neue A321XLR für Langstrecken hat wichtige Aufträge einsammeln können. Am Mittwoch bestellte American Airlines 50 Maschinen des Typs, sie sollen Jets des alternden Typs Boeing 757 auch auf Langstrecken über den Nordatlantik ersetzen. Die A321XLR ist eine Version der A321 mit besonders großer Reichweite für Flüge von bis zu neun Stunden. Airbus hat in Paris 226 feste Aufträge und Absichtserklärungen für das Modell eingesammelt.

Auch die Nachfrage für die A220, die Airbus als "C Series" im vergangenen Jahr von Bombardier übernommen hat, scheint anzuziehen. Mit Air Lease Corporation und Nordic Aviation Capital haben zwei Leasingunternehmen insgesamt 70 Maschinen des Typs bestellt. Leasingfirmen bestellen in der Regel dann, wenn sie davon ausgehen, dass Flugzeuge auf breite Akzeptanz in der Branche treffen.