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Flughafen Frankfurt:Gewerkschaftsstreik beeinträchtigt Flugverkehr

Bundesweit bekommen Reisende den Streik am Frankfurter Flughafen wieder zu spüren: Mindestens 153 Flüge sind laut Flughafenbetreiber Fraport gestrichen worden, auch in anderen Städten kommt es zu Verzögerungen und Ausfällen. Wie lange der Ausstand dauern wird, ist ungewiss. "Wir halten das mehrere Wochen durch", hieß es aus der Gewerkschaft.

Fluggäste müssen sich in Frankfurt erneut auf Ausfälle und Verzögerungen einstellen. Nach dem Scheitern der Tarifgespräche zwischen Flughafenbetreiber Fraport und der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) wird das Vorfeld an diesem Montag erneut bestreikt. Der Arbeitskampf hat am Sonntagabend um 21.00 Uhr begonnen und soll bis mindestens Donnerstag dauern.

Am Abend hielten sich die Folgen in Grenzen: Wegen des Nachtflugverbots durften zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr ohnehin keine Maschinen starten oder landen. Für Montag hat die Lufthansa angekündigt, etwa 70 Verbindungen - jeweils Hin- und Rückflug - zu streichen.

Bislang sind 153 Flüge annuliert worden. Insgesamt werde mit dem Ausfall von etwa 200 Flügen an Deutschlands wichtigstem Airport gerechnet, sagte eine Fraport -Sprecherin. Auch in Berlin-Tegel sorgt der Streik für Flugausfälle und Verspätungen. Nach Angaben der Flughafeninformation wurden bereits neun Flüge von und nach Frankfurt gestrichen. Außerdem könne es zu Verzögerungen kommen.

Hauptsächlich betroffen sind Verbindungen innerhalb Deutschlands und Ziele in Europa. Etwa 80 Prozent des Flugplanes in Frankfurt könnten aber wie geplant abgewickelt werden, darunter auch die Interkontinentalverbindungen. Wer nicht auf andere Flüge umgebucht werden kann, soll mit der Deutschen Bahn ans Ziel gebracht werden.

Die Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Verkehrsdisponenten hatten zuvor bereits an fünf Tagen die Arbeit niedergelegt, mehr als 1200 Starts und Landungen fielen aus. Am Donnerstag waren Fraport und die GdF dann an den Verhandlungstisch zurückgekehrt, aber die Tarifgespräche platzten bereits am Freitagabend wieder.

Über das zuletzt vorgelegte Angebot zeigte sich GdF-Tarifvorstand Markus Siebers einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung empört. Zugleich drohte er mit einer Ausweitung des Streiks: "Wir halten das mehrere Wochen durch." Der Bundesvorstand der GdF will sich am Montag zu einer Sondersitzung treffen. Dabei soll auch beraten werden, ob das Vorgehen möglicherweise härter werden soll.

© Süddeutsche.de/dpa/Reuters/infu/bero

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