Die Gewerkschaft Verdi hat am Montag mit Warnstreiks an 13 deutschen Flughäfen den Flugverkehr lahmgelegt. Seit Mitternacht sind Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Flughafenbetreiber, der Bodenverkehrsdienste und der Luftsicherheitsbereiche in verschiedenen Tarifkonflikten im Ausstand, wie ein Sprecher der Gewerkschaft bestätigte. Der Warnstreik soll 24 Stunden dauern.
Betroffen waren Frankfurt, München, Berlin, Hamburg, Hannover, Bremen, Düsseldorf, Dortmund, Köln/Bonn, Leipzig/Halle und Stuttgart. An den Airports Weeze bei Düsseldorf und Karlsruhe/Baden-Baden sind nur Beschäftigte des Luftsicherheitsbereichs zum Ausstand aufgerufen. Nach einer Schätzung des Flughafenverbands ADV wird der Flugverkehr zum Erliegen kommen: Demnach fallen voraussichtlich mehr als 3500 Flüge aus, rund 560 000 Passagiere könnten ihre Reisen nicht wie geplant antreten.
Hintergrund der Warnstreiks sind zwei verschiedene Tarifkonflikte: Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen unter anderem acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber monatlich 350 Euro mehr, sowie drei zusätzliche freie Tage. Die Arbeitgeber haben bisher kein konkretes Angebot vorgelegt. In der Luftsicherheit fordert Verdi unter anderem die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, 30 Tage Urlaub und Zusatzurlaub für Schichtarbeit.

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Am Flughafen München sollte nur ein Bruchteil der sonst üblichen Flüge stattfinden. Fast 80 Prozent der Verbindungen fielen aus, sagte ein Flughafensprecher am Morgen. Nur rund 170 der ursprünglich geplanten 820 Starts und Landungen könnten voraussichtlich stattfinden. Bereits am Sonntag waren 40 Flüge in München annulliert worden. Am Hauptstadtflughafen BER sollte der Flugverkehr komplett ausfallen. Frankfurt, Deutschlands größten Flughafen, werde am Montag kein Passagierflugzeug verlassen, teilte ein Sprecher der Verkehrsleitung am Morgen mit. Von 1116 Starts und Landungen mit zusammen rund 150 000 Passagieren wurden in Frankfurt den Angaben zufolge 1054 annulliert. Laut dem Sprecher soll es nur einige Ankünfte geben.
Der eigentlich für Montag angekündigte Großstreik hatte am Wochenende in Hamburg den Flugverkehr nahezu komplett stillgelegt. Die Gewerkschaft Verdi begann in der Hansestadt zum Ferienauftakt unangekündigt ihren Ausstand am Sonntagmorgen und verhinderte Starts und Landungen von rund 280 Flügen, wie der Hamburger Flughafen mitteilte. Lediglich zehn Flieger seien am Morgen abgehoben. Betroffen waren dem Flughafen zufolge rund 40 000 Passagiere.
Verdi lässt die Muskeln spielen
Zudem weitet Verdi die Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen deutlich aus. Nicht nur vier Flughäfen werden bestreikt, sondern auch zahlreiche Nahverkehrsbetriebe, wie die Gewerkschaft mitteilte. In Düsseldorf steht der öffentliche Nahverkehr am Montag und Dienstag 48 Stunden nahezu komplett still. Bei der Rheinbahn könne es sogar bis Donnerstag zu Einschränkungen kommen, teilte Verdi mit.
Am Mittwoch sollen die Maßnahmen in einem landesweiten Warnstreiktag ihren Höhepunkt erreichen. Dann ist der Öffentliche Dienst von Bund und Kommunen in ganz NRW überregional zum Streik aufgerufen.

