Süddeutsche Zeitung

Deutsche Flughäfen:Tarifeinigung für Sicherheitspersonal erzielt

  • Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen Tarifkompromiss für das Sicherheitspersonal an den deutschen Flughäfen verständigt.
  • Die Beschäftigten erhalten in den kommenden drei Jahren Lohnerhöhungen zwischen 3,5 und 9,77 Prozent.
  • Weitere Warnstreiks wird es entsprechend nicht geben.

In den Tarifverhandlungen für das Sicherheitspersonal an Flughäfen gibt es eine Einigung. Die Vertreter der Gewerkschaft Verdi und des Bundesverbands der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) verständigten sich in der fünften Verhandlungsrunde auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 23.000 Beschäftigten der Branche. Das teilten eine Verdi-Sprecherin und der BDLS mit. Nach Angaben des Verhandlungsführers des Verbandes, Rainer Friebertshäuser, sieht die Einigung über die nächsten drei Jahre Erhöhungen von jährlich 3,5 bis 9,77 Prozent vor. Damit drohen in dieser Tarifrunde keine weiteren Warnstreiks.

Friebertshäuser zufolge sollen die Erhöhungen in drei Schritten erfolgen, jeweils zum 1. März 2019, zum 1. Januar 2020 und zum 1. Januar 2021. Für die Luftsicherheitsassistenten, die Passagier- und Handgepäckkontrollen durchführen, erfolge die erste Erhöhung bereits zum 1. Februar 2019. Nach einem Monat Pause und mehreren Warnstreiks hatten sich Verdi und der BDLS am Mittwoch zur fünften Verhandlungsrunde getroffen.

Vor allem der jüngste Streik am 15. Januar am größten deutschen Flughafen in Frankfurt und sieben anderen Airports hatte den Luftverkehr schwer getroffen. Hunderte Flüge fielen aus, schätzungsweise 220 000 Passagiere konnten ihre Reise nicht antreten. Zuvor hatte es bereits am 10. Januar Warnstreiks in Köln/Bonn, Düsseldorf und Stuttgart gegeben sowie am 7. Januar in Berlin. Weitere Streiks solle

Verdi verlangte deutlich mehr Geld für das Sicherheitspersonal. So sollte der Stundenlohn für die Mitarbeiter an der Passagierkontrolle von etwa 17 Euro auf 20 Euro steigen. An die Stelle regionaler Tarifverträge sollte ein bundesweiter Abschluss treten. Bislang variierten die Löhne für die Beschäftigten in der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle je nach Bundesland und Tätigkeit zwischen 11,30 Euro und 17,16 Euro.

In den Tarifverhandlungen ging es um drei Berufsgruppen mit unterschiedlichen Aufgaben an den Flughäfen. Die eine Gruppe kontrolliert Passagiere und deren Gepäck, die zweite Zugänge und Zufahrten an den Flughäfen und die dritte Fracht, Post und Catering für die Flugzeuge.

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