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Fluggesellschaften:Kritik an Verzögerungstaktik

Nach den massenhaften Flugausfällen in der Corona-Krise warten Zehntausende Verbraucher Wochen und Monate später noch immer auf ihr Geld. Dabei müssten die Gesellschaften den Ticketpreis binnen sieben Tagen erstatten. Verbraucherschützer und Flugrechtsportale sind sich einig, dass die Airlines mit wenigen Ausnahmen die Zahlungen absichtlich verzögert haben. Teile der Opposition fordern ein schärferes Vorgehen staatlicher Stellen gegen zahlungsunwillige Fluggesellschaften. An der Lufthansa gibt es beim Thema Rückerstattungen vor allem deshalb Kritik, weil die Airline mit Milliarden vom Staat unterstützt wurde. Dies sei "nicht nachvollziehbar", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nussbaum dem Spiegel. Es sei eine "Frage des Vertrauens". Die Lufthansa entgegnete einer Sprecherin zufolge, 2020 seien bisher mehr als zwei Milliarden Euro ausbezahlt worden. Weniger als eine Milliarde Euro an Erstattungen stünden noch aus.

© SZ vom 10.08.2020 / dpa
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