Fluggesellschaft Staat nimmt Malaysia Airlines von der Börse

Abgeschleppt: Eine Maschine der Malaysia Airlines auf dem internationalen Flughafen von Kuala Lumpur.

(Foto: AFP)

Verluste machte Malaysia Airlines schon länger. Dann verschwand Flug MH370 spurlos, Flug MH17 wurde abgeschossen. Nun will der malaysische Staat die Fluggesellschaft von der Börse nehmen - und ihr damit helfen.

  • Malaysia will die nationale Fluglinie Malaysia Airlines von der Börse nehmen und die Anteile aufkaufen.
  • Gleich zwei Unglücke hatten die Fluggesellschaft in den vergangenen Monaten getroffen.
  • Das Unternehmen machte bereits vor den Unglücken Verluste und soll nun umstrukturiert werden.

Staat stellt Rettungsplan vor

Der staatliche malaysische Investitionsfonds Khazanah Nasional Berhad will Malaysia Airlines komplett umbauen. Bisher hält er bereits knapp 70 Prozent des Unternehmens, nun will er auch die verbleibenden Anteile aufkaufen. Damit verschwindet die Fluggesellschaft von der Börse. Anschließend sollen "Geschäftsmodell, Finanzen, Personal sowie der gesetzliche Rahmen" überprüft werden. Details des Rettungsplans will Khazanah Ende August bekanntgeben. Die Aktie wurde am Freitag aus dem Handel genommen. Der Vorstand der Fluggesellschaft betonte, man werde das Angebot von Khazanah überdenken und bis zu einer Erklärung den Betrieb unverändert fortführen. Die Fluglinie beschäftigt 19 500 Mitarbeiter.

Zwei Katastrophen in einem halben Jahr

Schwer getroffen hat Malaysia Airlines der Absturz der MH17 in der Ostukraine mit 298 Menschen an Bord, die mutmaßlich abgeschossen wurde. Bereits im März war Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Die Buchungen bei der Airline sind inzwischen dramatisch zurückgegangen, bei Kunden aus China etwa um 60 Prozent.

Verluste bereits vor den Unglücken

Malaysia Airlines schrieb schon vor den beiden schweren Unglücken Verluste. Derzeit summieren sie sich auf ein Minus von zwei Millionen Dollar (etwa 1,5 Millionen Euro) pro Tag. Gründe sind die hohen Personalkosten und die aggressive Konkurrenz in Asien. Analysten zufolge muss der Staatsfonds die Führung austauschen, Stellen und einige Flugziele streichen. Die Airline "braucht ein neues Herz und ein neues Hirn", sagt Shukor Yusof vom Beratungsunternehmen Endau Analytics. "So wie heute ist sie dem Untergang geweiht."