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Fluggesellschaft:Das große Streichen

Flugzeuge von Air France und KLM am Flughafen Amsterdam. Die Fluglinie beförderte im dritten Quartal 70 Prozent weniger Passagiere.

(Foto: Robin Utrecht/AFP)

Air France-KLM will nur noch 35 Prozent des regulären Flugplans anbieten.

Die Fluggesellschaft Air France-KLM folgt nach einem Milliardenverlust und dem Lockdown in Frankreich der Konkurrenz und streicht ihren Flugplan für den Rest des Jahres zusammen. Im vierten Quartal soll die französische Sparte Air France wegen der Coronavirus-Pandemie nur noch 35 Prozent ihres Flugangebots aus dem Vorjahr anbieten, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Bei der niederländischen KLM sollen es etwa 45 Prozent sein. Zuvor hatte das Management mit einem Flugangebot von fast zwei Dritteln des Vorjahres geplant. Die Aktie reagierte am Freitag mit leichten Verlusten auf die Ankündigung der Konzernführung.

Sie kann nach eigenen Angaben derzeit kaum einschätzen, wie sich die Nachfrage nach Flugtickets weiter entwickelt. Die Menschen buchten inzwischen viel kurzfristiger als früher, hinzu kämen die wechselnden corona-bedingten Reisebeschränkungen. Der Lockdown in Frankreich, der am Freitag begonnen hat, mache das Geschäft des Konzerns noch schwieriger.

Andere Airlines wie Lufthansa und die British-Airways-Mutter IAG haben ihre Flugpläne bereits früher zusammengestrichen. So will Lufthansa im vierten Quartal maximal 25 Prozent ihrer Vorjahreskapazität anbieten. Bei den IAG-Gesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level sollen es höchstens 30 Prozent des Vorjahreszeitraums werden.

Im dritten Quartal hatte sich der Passagierverkehr nach dem weitgehenden Flugstopp im Frühjahr zunächst erholt, bevor viele Regierungen seit Mitte August auf die wieder steigenden Infektionszahlen reagierten und erneut Reisebeschränkungen verhängten. So beförderte Air France-KLM im sonst so wichtigen Sommerquartal bis Ende September fast 70 Prozent weniger Passagiere als ein Jahr zuvor. Der Umsatz sackte um zwei Drittel auf 2,5 Milliarden Euro ab. Der operative Verlust belief sich auf mehr als eine Milliarde Euro, ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Plus von 909 Millionen Euro gestanden.

Die Abfindungen für Tausende Piloten, Flugbegleiter und Bodenmitarbeiter, die wegen der Krise ihre Jobs verlieren, zogen das Nettoergebnis zusätzlich nach unten. Im dritten Quartal betrug der Fehlbetrag unter dem Strich 1,7 Milliarden Euro.

Den Airlines des IAG-Konzerns erging es nicht besser. Im dritten Quartal stand dort unter dem Strich ein Quartalsverlust von 1,8 Milliarden Euro. Der neue IAG-Chef Luis Gallego forderte die Regierungen auf, Testregeln für Fluggäste einzuführen. Passagiere sollten vor dem Abflug getestet werden und die Chance haben, sich mit einem weiteren Negativtest nach der Ankunft von einer vorgeschriebenen Quarantäne zu befreien. Dann könnten Fluglinien wieder mehr Verbindungen anbieten, und die Menschen könnten wieder Vertrauen in das Reisen gewinnen.

© SZ vom 31.10.2020 / SZ/dpa

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