Fliegen:Lufthansa setzt Jumbojets zwischen Berlin und Frankfurt ein

Boeing 747-400 der Lufthansa landet in Berlin

Flug LH168 der Lufthansa landet in Tegel.

(Foto: ZB)
  • Die Lufthansa setzt ab sofort auf der Strecke zwischen Frankfurt und Berlin Jumbojets ein.
  • Der Schritt sei notwendig, um den Kundenandrang nach der Pleite von Air Berlin abzufangen.
  • Der Flughafen Berlin-Tegel ist allerdings nicht für so große Flugzeuge ausgelegt.

Es ist genau 18.25 Uhr am Mittwochabend, als Flug LH 168 mit dem Rufzeichen "Victor Tango" am Berliner Flughafen Berlin-Tegel landet. Die Boeing vom Typ 747-430, die um 17.38 Uhr in Frankfurt am Main startete, war mit Spannung erwartet worden. Bislang kommt es nur in Ausnahmefällen vor, dass die Lufthansa mit einem so großen Flieger, der eigentlich für Interkontinentalflüge gedacht ist, Tegel ansteuert. Denn der in die Jahre gekommene Berliner Flughafen ist für Jumbojets einfach nicht ausgelegt. So fehlen zum Beispiel Mitarbeiter, die im Umgang mit den Maschinen geschult sind. Deswegen muss die Lufthansa gewisses Personal extra aus Frankfurt mitbringen.

Doch seit Kurzem hat die Lufthansa nach eigener Aussage keine andere Wahl. Nach der Pleite des Konkurrenten Air Berlin hat der Andrang an den Schaltern der größten deutschen Fluggesellschaft stark zugenommen. Die Maschine am Mittwoch war der erste von mehr als 60 Jumbojets, die für die Airline im November in Tegel landen sollen. Das Unternehmen schließt nicht aus, dass die Riesen-Flugzeuge auch nach dem Monat weiter auf den Strecken eingesetzt werden.

280 Passagiere waren beim Auftakt des Jumbo-Einsatzes an Bord der Boeing 747. Damit ist die Kapazität der Baureihe, deren Flugzeuge bei ihrer Entwicklung in den 1960er-Jahren als die größten der Welt galten, allerdings längst noch nicht ausgeschöpft: 371 Plätze, davon 57 in der Business Claas, stehen auf zwei Passagierdecks zur Verfügung.

Bei den Flügen von Frankfurt nach Berlin will die Lufthansa allerdings nur 350 Sitzplätze anbieten. Das Oberdeck bleibe geschlossen, sagte ein Sprecher der Airline. Der Grund dafür: Das Ein- und Aussteigen über die Treppe innerhalb des Fliegers koste zu viel Zeit. Im Schnitt soll ein Flugzeug nur 50 Minuten in Tegel am Boden bleiben, bevor es zurück nach Frankfurt geht. Da die Airline Berlin bereits im Stundentakt von Frankfurt aus anfliege, seien mehr Flüge mit kleineren Flugzeugen unmöglich.

Der Einsatz der Jumbojets von Lufthansa zwischen den beiden großen Städten ist zwar eine Besonderheit, aber keine Premiere. Wie die Berliner Zeitung berichtet, war dies bereits mehrfach im Jahr 2010 der Fall. Außerdem würden die Berliner Philharmoniker bei längeren Reisen stets mit einer Riesenmaschine der Lufthansa von Tegel aus starten. Dennoch verfolgten etliche "Plane-Spotter" genannte Flugzeug-Fans am Mittwoch das Landen der Maschine in Tegel.

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