Fitnessstudio:Sie kommen ins Schwitzen

Corona Lockdown Continues To Ease In Berlin

Trainieren mit Absperrband: Corona-Regeln gelten auch in Fitnessstudios.

(Foto: Maja Hitij/Getty Images)

Fitnessstudios gewinnen wieder mehr Kunden, verlieren aber vor Gericht.

Die Hauptsätze der Thermodynamik gelten auch im Fitnessstudio, das wissen alle, die schon mal einen solchen Laden betreten haben. Manchmal riecht man es auch. Die - vermutlich leider: noch - niedrigen Inzidenzen und zuletzt auch der oft verregnete Sommer haben der Branche nach dem Horrorjahr 2020 nun geholfen, dass die Kundinnen und Kunden wieder zurückkommen. "Der durchwachsene Sommer hat uns beim Anwerben neuer Mitglieder geholfen", sagt Ralph Scholz, Vorsitzender des Deutschen Industrieverbands für Fitness und Gesundheit (DIFG). "Das relativ schlechte Wetter hat Indoor-Training attraktiv gemacht." Im Frühjahr, nach der Wiedereröffnung der Studios, hätten sich die Menschen noch zurückgehalten, nun kämen die Leute überdurchschnittlich oft zum Trainieren, sagt auch der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV). Denn es sind Ferien, die Leute würden wegen der Pandemie aber weniger wegfahren und somit in der Nähe ihres Fitnessstudios bleiben. Dazu käme ein Nachholeffekt und ein generell gestiegenes Bewusstsein für die eigene Gesundheit.

Ende des ersten Halbjahres zählten die fast 10 000 Fitnessstudios in Deutschland nach Angaben von Scholz knapp zehn Millionen Mitglieder, im Vorkrisenjahr 2019 waren es noch 11,6 Millionen. Ziel sei es, die Zehn-Millionen-Marke dieses Jahr zu halten. "Es ist unklar, ob wir das schaffen." Der DSSV rechnet damit, dass "frühestens 2023" das Niveau vor Corona wieder erreicht werde.

Pleitegegangen sind nach Angaben der Branchenvertreter wenige Betriebe, wegen der Staatshilfen und weil die Mitgliedsbeiträge trotz der Schließungen meist weitergelaufen seien - eine Praxis, die auf heftige Kritik stieß. Die rechtliche Bewertung der Lage ist umstritten, Amtsgerichte haben bislang unterschiedlich geurteilt. Daher werden Urteile der höheren Instanzen mit Spannung erwartet. Vor dem Landgericht Osnabrück hat vor wenigen Tagen der Betreiber eines Fitnessstudios verloren: Er muss Mitgliedsbeiträge zurückzahlen. Das Studio war Mitte März bis Anfang Juni 2020 geschlossen. Der Kunde hatte gefordert, das Geld für diese Zeit zurückzubekommen, was das Studio ablehnte. Auch vor Gericht hatte der Betreiber argumentiert, der Kunde könne ja später die bezahlte Leistung nachholen, wenn das Studio wieder zur Verfügung stehe. Das wies das Landgericht zurück. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.

© SZ/SZ/dpa
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