"Der Club ist am vergangenen Samstag um 18 Uhr auf Anordnung des Gesundheitsamtes geschlossen worden. Auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes haben sie gesagt. Aber wir arbeiten trotzdem noch. Nicht mit unseren Mitgliedern, aber gerade produzieren wir Trainingsvideos für unsere Webseite. Dann können unsere Mitglieder wenigstens irgendetwas machen. Die drehen ja sonst durch, fünf Wochen ohne Fitnessclub. Das ist schon für uns selber schwierig genug.
Wir gehören zu keiner Kette, wir sind ein Einzelunternehmen, 23 Festangestellte und 50 Freiberufler. Da ist natürlich der feste Bestand an zahlenden Mitgliedern, aber das Geschäft läuft eben auch so, dass jeden Monat 30 bis 40 kündigen. Das ist immer so, dafür kommen dann auch 30 bis 40 neue Mitglieder dazu. Nur jetzt kommt eben keiner mehr und wir verlieren um die 5000 Euro im Monat. Das lässt sich eine Zeit lang durchhalten, nur, wenn jetzt eine Angstwelle kommt und immer mehr Leute kündigen, spätestens dann bekommen wir ein Riesenproblem. Dann kann ich zumachen.
Die Politik hat Hilfen angekündigt, klar. Man müsse sich keine Gedanken machen, heißt es. Tatsächlich weiß im Moment keiner, wer da was wann bekommt. Unser Steuerberater weiß nichts und die Ämter haben alle zu, die Hotlines, IHK, Gesundheitsbehörde und so weiter, das kannst du vergessen. Da geht keiner ran. Wir sind da im Moment ganz auf uns gestellt. Gleichzeitig schreiben mich meine Mitglieder an, ob wir ihnen ihre Beiträge stunden können. Zum Beispiel der Busunternehmer, den trifft Corona voll - und man will da ja nicht unmenschlich sein." Jan Heidtmann/Foto: oh
