Finck kauft Recht an der Marke Degussa:"Der Markt hat Kapazität für mehrere Spieler"

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Gerüchten, wonach die neue Degussa sich zum Einstand auch mit einem Teil der Edelmetallbestände der goldaffinen Fincks eindecken durfte, erteilt Wrzesniok-Roßbach eine Absage: "Unsere Barren werden bei der Firma Valcambi in der Schweiz hergestellt." Aus Fincks Beständen habe das neue Handelshaus "definitiv nichts übernommen", genauso wenig wie aus den beträchtlichen Vermögenswerten der Finck'schen Familienholding Custodia. Laut Geschäftsbericht 2010 hatte der Vermögensverwalter 2010 einen Feingoldbestand im Wert von knapp 170 Millionen Euro gewinnbringend verkauft. Und die Sonne/Mond Goldhandel GmbH gehört der Custodia-Schwestergesellschaft Substantia.

Alter Glanz in neuem Look / Aus Degussa-Edelmetallbarren werdenUmicore-Edelmetallbarren

Seit das belgische Unternehmen Umicore Group die Edelmetallaktivitäten des Traditionsunternehmens Degussa gekauft hat, steht seither meist Umicore oder der Name des größten Konkurrenten Heraeus auf den Gold- und Silberbarren im Handel.

(Foto: picture-alliance/ obs)

Die Fincks hatten bislang offensichtlich ein gutes Händchen mit ihren Edelmetallinvestments: Der Buchwert der Goldbestände hatte vor der Veräußerung in der Custodia-Bilanz gerade einmal 86 Millionen Euro ausgemacht, also die Hälfte des Verkaufserlöses.

Goldanleger dürften auf jeden Fall profitieren vom neuen Spieler am Edelmetallmarkt. Allein in München ist neben im Edelmetallhandel aktiven Großbanken wie der Hypo-Vereinsbank oder auch der Sparkasse zusätzlich der bislang führende bankenunabhängige Händler Pro Aurum ansässig. Aus einer anfangs kleinen Handelsstube in einer ehemaligen Bankfiliale mit einem halben Dutzend Mitarbeitern ist Pro Aurum binnen weniger Jahre zu einem beachteten mittelständischen Unternehmen gereift - inzwischen situiert in einem riesigen stilisierten Goldbarren aus Beton und Metall.

Einen Margenkampf will sich Degussa-Mann Wrzesniok mit den Rivalen aber nicht liefern. "Der Markt hat Kapazität für mehrere Spieler", sagt er überzeugt. Auch bei Pro Aurum gibt man sich noch gelassen: "Konkurrenz belebt das Geschäft, und in dem hat es noch Platz", meinte Geschäftsführer Mirko Schmidt kürzlich auf der Münchner Edelmetallmesse.

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