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Reaktionen auf die FinCEN-Files:"Wir müssen die Korruption an den Wurzeln bekämpfen"

Senator Elizabeth Warren (D-MA) talks with Bob Schieffer on 'Face the Nation' in Washington

US-Senatorin Elizabeth Warren fordert Konseuqenzen für die Finanzwelt.

(Foto: REUTERS)

Prominente US-Politiker wie Elizabeth Warren und Bernie Sanders reagieren auf die neuen Geldwäsche-Enthüllungen und rufen nach Konsequenzen.

Nach neuen Enthüllungen über das Versagen der Finanzwelt im Kampf gegen Geldwäsche, den FinCEN-Files, haben prominente US-Politiker nach Reformen gerufen und die Praktiken vieler Banken scharf kritisiert.

"Große Banken und Unternehmen missbrauchen rechtliche Schlupflöcher und eine schwache Verfolgung durch die Regulierungsbehörden, um von illegalen und zwielichtigen Transaktionen für Kriminelle und Terroristen zu profitieren", sagte die Demokratin Elizabeth Warren, Senatorin aus Massachusetts. "Wir müssen die Korruption an den Wurzeln bekämpfen, indem wir die Transparenz des Finanzsystems stärken und gegen das dunkle Geld vorgehen, das durch das globale Finanzsystem fließt."

Die 71-jährige Politikerin, die zu den bekanntesten Köpfen der US-Demokraten gehört, sprach sich auch für eine neue Einheit im US-Finanzministerium aus, die Geldwäsche bekämpfen soll.

Betrügerische Geschäfte seien keine Ausnahme, sagt der linke Senator Bernie Sanders

Die Unterlagen, auf denen die Enthüllungen basieren, stammen aus der bislang zuständigen Behörde Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN). Das Online-Medium Buzzfeed News ist an die Dokumente gelangt und hat sie gemeinsam mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) und Journalisten aus aller Welt, darunter ein Team der SZ, geteilt und ausgewertet.

Auch Warrens formell wieder unabhängiger Senatskollege, der mehrmalige Präsidentschaftsbewerber für die Demokraten, Bernie Sanders, reagierte auf die Enthüllungen. "Geldwäsche, Bestechung. Hypothekenbetrug. Verdunkelung, Währungsmanipulation, Zinsmanipulation. Das sind nur einige der üblichen Geschäftspraktiken der Wall Street", schrieb der linke Politiker aus dem US-Bundesstaat Vermont. Das Geschäftsmodell sei "Betrug". Es sei nicht die Ausnahme, sondern die Regel, sagte er. "Schluss damit."

Auch amerikanische Behörden meldeten sich zu Wort. "Billionen Dollar an schmutzigem Geld strömen in einer giftigen Brühe aus kriminellen Erträgen durch das Finanzsystem", sagte Linda Lacewell, Leiterin der New Yorker Aufsichtsbehörde für Finanzen. "Wir müssen handeln."

Nichtregierungsorganisationen übten nach der Veröffentlichung ebenfalls scharfe Kritik an der Finanzindustrie. "Die Banken, auch solche, die in der EU ansässig sind, tun nicht genug, um illegales Geld zu erkennen und seinen Fluss zu stoppen", sagte Laure Brillaud, Anti-Geldwäsche-Expertin von Transparency International EU. "Wir sehen, dass Banken immer wieder Transaktionen für Kunden durchführen, die sie selber als verdächtig eingestuft haben."

© SZ.de/jps/fo
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