Finanzmärkte Schlechte Zeiten für Anleger

Der Dax hat sich zwar stabilisiert: Es gibt aber zu viele Spannungsfelder, die der Erholung im Wege stehen. Überraschend hohe Lagerbestände an Rohöl in den USA drücken den Ölpreis ins Minus - vorerst.

Zinsen, Italien, Brexit: Diese Risikofaktoren dürften den Börsen in dieser Woche Experten zufolge den Weg zu einer Erholung versperren. Die erhoffte Unterstützung durch die Firmenbilanzen sei bislang ebenfalls ausgeblieben, sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Die Berichtssaison hierzulande verläuft alles andere als befriedigend." In der alten Woche kam der Dax kaum vom Fleck und pendelte um die Marke von 11 500 Punkten. Mit Spannung warten Anleger auch auf den Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Sie werden das sogenannte Beige Book auf Hinweise abklopfen, mit denen sich die jüngsten Spekulationen auf raschere US-Zinserhöhungen untermauern lassen. Die Anleger fürchten, dass eine zu schnelle Straffung der Geldpolitik die US-Wirtschaft ausbremsen könnte.

Hohe US-Lagerbestände belasten den Ölpreis

Die Ölpreise haben in der vergangenen Woche nachgegeben. Ein Barrel US-Öl WTI verbilligte sich auf Wochensicht um mehr als drei Prozent bis auf 68,61 Dollar. Nordseeöl-Brent fiel um knapp zwei Prozent bis auf 79,29 Dollar. Damit sind die Ölpreise bereits die zweite Woche in Folge unter Druck. Ausschlaggebend für den erneuten Preisrückgang waren deutlich stärker als erwartet angestiegene Lagerbestände an Rohöl in den USA. In zwei Wochen treten dann weitere US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Es sollen Ölimporte anderer Länder aus dem Iran auf Null reduziert werden. Analysten der Commerzbank gehen deshalb davon aus, dass dem Markt bis zum Jahresende eine Angebotsverknappung droht. Einen Preis für Nordseeöl Brent unterhalb von 80 Dollar sehen sie daher als nicht gerechtfertigt.