Finanzindustrie:Deutsche Bank hat Ärger in Spanien

Finanzindustrie: Wie viel die Deutsche Bank zurückzahlen muss, und ob Strafen drohen, ist noch unklar.

Wie viel die Deutsche Bank zurückzahlen muss, und ob Strafen drohen, ist noch unklar.

(Foto: ARMANDO BABANI/AFP)

Auch eine Hotelkette aus Ibiza beklagt Verluste mit Derivategeschäften. Wie viel Geld die Palladium Group verloren hat, ist aber noch unklar.

Die Deutsche Bank hat Finanzinstrumente an eine Hotelkette aus Spanien verkauft, die dort zu Verlusten geführt haben. Damit weitet sich der Kreis an Kunden, die mit Geschäften zur Währungsabsicherung Geld verloren haben, deutlich aus. Palladium Group, eine Kette aus Ibiza, die den ehemaligen spanischen Außenminister Abel Matutes Juan zu ihren Eigentümern zählt, beklagt Verluste aus komplexen Währungsderivaten, die sie in den vergangenen Jahren von der Deutschen Bank gekauft hat. Sie diskutiert nun mit ihren Anwälten, inwiefern sie Gelder von der Deutschen Bank zurückfordern könnte, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

Palladium ist einer von 50 bis 100 Fällen, welche sich die Deutsche Bank genauer anschaut im Rahmen einer Untersuchung mit dem Titel Projekt Teal, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf Insider. Zwar ist noch unklar, wie viel Geld dieser Kunde verloren hat. Dem Vernehmen nach handelt es sich aber um einen der größten Fälle. Die Untersuchung soll klären, wie Devisenhändler und Vertrieb diese Produkte an Kunden verkauften, die diese möglicherweise nicht vollständig verstanden haben. Die Situation der Hotelgruppe sei vergleichbar mit jener des spanischen Winzers J. Garcia Carrion, sagte ein Sprecher der Hotelfirma. JGC hatte ebenfalls Verluste bekannt gegeben, und zwar mit ähnlichen Produkten. Die Bank muss dem Weinhändler daher mehr als zehn Millionen Euro bezahlen.

Nach SZ-Informationen hat die Deutsche Bank die Kanzlei Herbert Smith Freehills mit der Untersuchung beauftragt, welche das Projekt mehr oder weniger abgeschlossen hat. In der Folge hat sich die Bank von Mitarbeitern getrennt, zuletzt von der Chefin der Bad Bank. Wie viel das Geldhaus zurückzahlen muss, und ob Strafen drohen, ist noch unklar. Die Untersuchung ist aber auch deshalb so unangenehm für das Institut, weil die Geschäfte wohl bis 2019 und 2020 liefen. Im Vorstand war in dieser Zeit Konzernchef Christian Sewing für das Investmentbanking verantwortlich

© SZ vom 16.07.2021 / SZ
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