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Finanzen:Commerzbank erwartet Verlust

Die Commerzbank rechnet wegen der Corona-Pandemie und der Kosten für den Konzernumbau für 2020 mit einem Verlust. Grund ist zum einen eine erhöhte Prognose für die Risikovorsorge und zum anderen der stärkere coronabedingte Druck auf die Erträge im Firmenkundengeschäft, wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatte die Frankfurter Bank wie in den Vorjahren einen Gewinn angepeilt, dieses Ziel aber angesichts des Umfelds und der Kosten für die Neuausrichtung als "sehr ambitioniert" eingestuft.

Besser als erwartet lief das Tagesgeschäft im zweiten Quartal. Der operative Gewinn sank zwar um rund ein Drittel auf 205 Millionen Euro. Hier hatten Analysten aber mit einer Halbierung auf rund 150 Millionen Euro gerechnet. Die Risikovorsorge zog unterdessen auf 469 (Vorjahr: 178) Millionen Euro an.

Die Commerzbank muss sich wegen der Corona-Krise auf höhere Kreditausfälle einstellen. Zudem wirkte sich hier "ein großer Einzelfall" von 175 Millionen Euro aus. Dabei dürfte es sich um Kredite an Wirecard handeln. Die Commerzbank gilt als einer der größten Gläubiger des seit Juni insolventen Zahlungsdienstleisters. Im laufenden Jahr rechnet die Commerzbank jetzt mit einer Risikovorsorge von 1,3 Milliarden Euro bis 1,5 Milliarden Euro. Bislang hatte das Geldhaus einen Wert zwischen einer Milliarde Euro und 1,4 Milliarden Euro auf dem Zettel. Ein Teil der Anhebung dürfte auf den Wirecard-Effekt zurückgehen. 2019 hatten mögliche Kreditausfälle das Ergebnis mit 620 Millionen Euro belastet. Doch die Corona-Krise hat nicht nur negative Folgen. So stiegen die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - vor allem wegen eines regen Wertpapierhandels von Kunden an den Aktienmärkten um sieben Prozent auf 2,28 Milliarden Euro.

© SZ vom 06.08.2020 / dpa

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