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Festnetztechnologie:Investoren setzen auf Glasfaser

Es tut sich etwas beim Glasfaserausbau in Deutschland. Die größte Industrienation Europas fällt bei dieser zukunftsfähigen Festnetztechnologie weit hinter andere Länder zurück. Doch nun haben Investoren entdeckt, dass es hier einen enormen Aufholbedarf gibt und pumpen Milliarden in Glasfaser-Firmen.

Vergangenes Jahr erst hatte die schwedische Investmentfirma EQT die Mehrheit bei dem auf Glasfaserausbau spezialisierten Mittelständler Inexio übernommen. Nun gab EQT bekannt, zusammen mit dem kanadischen Pensionsfonds Omers auch das Unternehmen Deutsche Glasfaser zu übernehmen. Inexio und Deutsche Glasfaser sollen zu einer Gruppe verschmolzen werden. Insgesamt wollen die Fonds in den nächsten Jahren mehr als sieben Milliarden Euro in den Ausbau von etwa sechs Millionen Hochgeschwindigkeitsanschlüssen in Deutschland investieren. Die Übernahme muss aber noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Mit dem Vollzug rechnen die Unternehmen im zweiten Quartal dieses Jahres.

Sowohl Inexio als auch Deutsche Glasfaser konzentrieren sich auf Regionen, die von den großen Anbietern bisher vernachlässigt wurden. Vor allem die Deutsche Telekom setzte eher darauf, ihre bereits bestehenden Telefonleitungen aufzurüsten. Geschwindigkeiten wie bei der Glasfasertechnologie lassen sich damit aber nicht erreichen, zukunftsfähig ist nur Glasfaser. Die Branchenverbände Breko und VATM begrüßten den Zusammenschluss. Er werde "dem Wirtschaftsstandort Deutschland einen riesigen Schub geben", so Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. Die Verbände fordern die Politik allerdings auf, Fördermittel gezielter zu vergeben, um bei der Digitalisierung voranzukommen.

© SZ vom 11.02.2020
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