Federal Reserve US-Notenbanker diskutieren neue Geldspritzen

Die Fed wird wohl wieder Staatsanleihen aufkaufen - und zwar "ziemlich bald". Das geht aus dem Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung hervor. Die Federal Reserve wird der US-Wirtschaft voraussichtlich mit einer weiteren Geldspritze helfen. Experten im Kongress warnen vor einer bevorstehenden "Haushaltsklippe".

Die US-Notenbank Federal Reserve wird der lahmen US-Wirtschaft voraussichtlich schon "ziemlich bald" mit einer weiteren Geldspritze auf die Sprünge helfen.

Hauptsitz der Fed in Washington D.C. In der jüngsten Sitzung sprachen sich die meisten Banker für neue Konjunkturhilfen aus, sollte sich die Wirtschaftslage in den USA nicht abrupt verbessern.

(Foto: REUTERS)

Wie aus dem Protokoll der vergangenen Sitzung des für die Geldpolitik verantwortlichen Ausschusses hervorging, halten die meisten Notenbanker einen solchen Schritt für nötig, falls sich die Wirtschaftslage nicht abrupt verbessert. Die Protokolle werden drei Wochen nach jeder Sitzung veröffentlicht und geben Einblick in die internen Diskussionen der Notenbanker.

In einer dritten Runde des als Quantitative Easing" bekannten Programms könnte die Notenbank Staatsanleihen und Hypotheken aufkaufen und so frisches Geld in Umlauf bringen.

Mit der Politik des günstigen Geldes versucht die Fed seit Ende 2008, die US-Konjunktur nach der Wirtschaftskrise zu befeuern.

Die Währungspolitiker sprachen von einer ganzen Reihe von Gefahren, der die ohnehin lahme Wirtschaft ausgesetzt ist - etwa die europäische Schuldenkrise. Viele Ausschussmitglieder plädieren deshalb dafür, den Finanzmärkten die Fortsetzung der Nullzinspolitik über den bisher genannten Zeitpunkt Ende 2014 hinaus zuzusagen.

Der Offenmarktausschuss der Fed entscheidet das nächste Mal Mitte September über den Leitzins für die USA. Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte kürzlich erklärt, er halte den ultraniedrigen Leitzins in den USA von 0 bis 0,25 Prozent bis auf weiteres für unabdingbar.

Allerdings sollen erst die Auswirkungen jüngster Stützungsaktionen abgewartet werden, heißt es einschränkend in dem Protokoll. Damit gemeint ist die Verlängerung der sogenannten "Operation Twist", mit der die Fed die Restlaufzeiten der in ihrem Portfolio befindlichen Staatsanleihen restrukturiert. Auch hiervon erhofft sie sich eine Wachstumsstützung. Mit der Operation Twist tauscht die Fed kurz- gegen langlaufende Staatsanleihen. Sie wurde erst im Juni bis zum Jahresende verlängert. So sollen Zinssätze weiter gedrückt und Kredite für Unternehmen und Haushalte billiger gemacht werden.

Den USA steht eine wirtschaftspolitische Herausforderung bevor: die sogenannte Haushaltsklippe (fiscal cliff). Zu dieser Notsituation kommt es Ende 2012, weil gleichzeitig Steuererleichterungen auslaufen sowie drastische Sparmaßnahmen greifen. Parteiunabhängige Experten im US-Kongress fürchten deshalb eine Rezession. Die Wirtschaft könnte dann im nächsten Haushaltsjahr um 0,5 Prozent schrumpfen, sagte der Chef des Budget Office im Kongress, Doug Elmendorf. Falls der Kongress nicht bis Ende September die Haushaltsklippe entschärfen sollte, drohe die Arbeitslosigkeit von etwa acht Prozent in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres auf neun Prozent anzusteigen, heißt es im Bericht des Budget Office.