Notenbanken gegen die Inflation:Einzeln handeln, vereint schlagen

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Sitz der EZB in Frankfurt

Ein Teil der Arbeit, den die EZB in Europa leisten muss, wird bereits von der US-amerikanischen Fed erledigt, und umgekehrt.

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Nach der EZB wird an diesem Mittwoch auch die US-Fed die nächste Leitzinserhöhung verkünden. Der Kampf der Notenbanken gegen die hohe Inflation ist richtig - und birgt doch massive Gefahren.

Kommentar von Claus Hulverscheidt, Berlin

Es steht nicht zum Besten um den Ruf der großen Notenbanken, und das haben sich die Damen und Herren Geldpolitiker ganz allein selbst zuzuschreiben. Fast ein Jahr lang hielten etwa die US-Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) stur daran fest, dass sich das Problem der hohen Inflationsraten in aller Welt mit der Auflösung der pandemiebedingten Lieferengpässe von allein erledigen werde. Umso größer ist nun der Aktionismus, seit sich Jerome Powell, Christine Lagarde & Co. eingestehen mussten, dass sie Opfer der eigenen Illusionskunst geworden waren. Allein die Fed hat den Leitzins seit März um gut zwei Prozentpunkte angehoben, der nächste Jumbo-Schritt um 0,75 Punkte dürfte an diesem Mittwoch folgen. Es ist der verzweifelte Versuch, Fehler wiedergutzumachen.

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