Drei Monate sind keine besonders lange Zeit. Aber man kann in drei Monaten als Chef der mächtigsten Notenbank der Welt viel falsch machen – oder manches richtig. Kevin Warsh, der seit Mai der Federal Reserve vorsitzt, hat in seiner kurzen Amtszeit bislang zwei Dinge bewiesen: Er ist nicht der Trump-Loyalist, für den ihn viele seiner Kritiker hielten. Noch wichtiger aber ist, dass Warsh offenbar weiß, wie man mit einem US-Präsidenten umgehen muss, der von der Unabhängigkeit der US-Notenbank bekanntlich nicht viel hält.
MeinungUS-NotenbankDer Fed-Chef ist nicht der Trump-Loyalist, für den ihn viele hielten

Kommentar von Ann-Kathrin Nezik
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Warsh am Tag seiner Vereidigung im Mai im Weißen Haus. Trumps Warnungen verhallten offenbar: Der Fed-Chef deutete nun eine Zinserhöhung an.
Evelyn Hockstein/REUTERSSeine Kritiker hielten Kevin Warsh für Trumps „Handpuppe“ – und haben ihm damit unrecht getan. Aber wie unabhängig der neue Notenbank-Chef wirklich ist, muss er noch beweisen.