FCASIG Metall wendet sich gegen Kampfjet-Projekt

Ein Modell des neuen Kampfflugzeugs, das nach bisherigen Plänen 2040 in Dienst gestellt werden soll.
Ein Modell des neuen Kampfflugzeugs, das nach bisherigen Plänen 2040 in Dienst gestellt werden soll. (Foto: Airbus)

Von 2040 soll ein neues Flugzeug den „Eurofighter“ ablösen. Doch zwischen Deutschland und Frankreich gibt es Streit über das Projekt. Nun reden Kanzler Merz und Präsident Macron.

Die IG Metall spricht sich für ein Ende der Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Kampfflugzeugs mit dem französischen Partner Dassault aus. „Wir sind fest überzeugt: Dassault hat sich als verlässlicher Partner innerhalb Europas in Zeiten akuter Bedrohung komplett disqualifiziert“, schreiben der stellvertretende Vorsitzende der einflussreichen Gewerkschaft, Jürgen Kerner, und der Gesamtbetriebsratschef von Airbus Defence and Space, Thomas Pretzl, in einem Brief an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Verteidigungsminister Boris Pistorius.

Das europäische Kampfjet-Projekt FCAS müsse neu aufgestellt werden, fordern die Gewerkschafter. Es sei besser, wenn Deutschland und Frankreich jeweils ein eigenes Militärflugzeug bauen würden, während sich zugehörige Projekte wie Drohnen und eine Combat Cloud gemeinsam entwickeln ließen.

Der Kampfjet soll von 2040 an in Deutschland den Eurofighter und in Frankreich die Rafale ablösen. Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Spaniens versuchen, bis zum Jahresende eine politische Lösung in dem Streit um das 100-Milliarden-Euro-Projekt zu finden, den der Chef des französischen Rüstungskonzerns Dassault, Éric Trappier, vom Zaun gebrochen hatte. Er fordert eine klare Führung in dem Projekt für sein Unternehmen und düpiert damit den Partner Airbus, der bei FCAS die deutschen Interessen vertritt.

Pistorius trifft sich am Donnerstag mit seiner französischen Kollegin Catherine Vautrin, um eine Lösung vorzubereiten. Laut Insidern wollen auch Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron noch vor Weihnachten über das Projekt sprechen.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Textes haben wir im sogenannten Teaser fälschlicherweise den früheren Bundeskanzler Scholz als aktuellen Regierungschef genannt.

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