Fast Food:Fast Food als Boombranche

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Und dann natürlich die Döner-Läden: Früher waren es vor allem Buden mit zweifelhaftem Grauschleier an den Wänden und der Standardfrage: "Bisschen scharf?" Die Branche hat sich aber gemausert. Es gibt Fachmessen, wie die "Döga", bei denen Lavasteingrills präsentiert werden oder "Slicer"-Messer, mit denen sich der Spieß schneller schnippeln lässt.

Und Geschwindigkeit ist gefragt: Döner ist ein Wirtschaftsfaktor geworden. In der Branche heißt es, 16 000 Dönerläden mit 60 000 Beschäftigten verkauften täglich drei Millionen Döner Kebaps. Im Jahr 2012 waren Döner bei den Deutschen jedenfalls beliebter als Burger, auf Platz drei und vier folgen übrigens Pizza und Currywurst.

Und wenn es noch einen deutschen Investor mit Reputation als Bestätigung dafür gebraucht hat, dass Fast Food eine Boombranche ist, dann ist der in Schwaben gefunden: In Stuttgart hat vor wenigen Monaten ein neues, etwas anderes Schnellrestaurant aufgemacht, das dank Mosaikkacheln ein wenig nach moderner Moschee aussieht: "Yaz - eine Prise Orient".

Trotz Ausreißer scheint die Qualität zu stimmen

Einer der Geldgeber und Berater ist Erwin Staudt, ehemals Deutschland-Chef von IBM und Ehrenpräsident des VfB Stuttgart. Ihn hat die Idee von Betreiber Erkan Erkul offenbar überzeugt, dass Falafel, Couscous und Köfte rasch, aber ansprechend serviert in Glasschälchen, durchaus Potenzial haben. "In zehn Jahren wollen wir in 50 deutschen Großstädten vertreten sein", heißt es von Erkul selbstbewusst - das wäre dann Systemgastronomie à la McDonald's oder Burger King.

Also doch wieder Industrialisierung. Ein Problem? "Die industrielle Fertigung macht manches intransparenter, aber hat uns viel Gutes gebracht", sagt Wissenschaftlerin Schönberger. Wer wolle denn noch selbst schlachten oder könne bei Frischmilch für Keimfreiheit garantieren?

Tatsächlich scheint in der Fast-Food-Branche trotz der berichteten Ausreißer die Qualität zu stimmen: Als dieser Tage das ZDF Burger King und McDonald's einem großen Vergleich unterzog, attestierte das Labor: Die Fleischqualität gehe bei beiden über das hinaus, was man im Einzelhandel kaufen kann. Auch amtliche Lebensmittel-Überwacher geben derzeit Entwarnung.

Das ist es, was Burger-King-Chef Andreas Bork fuchst: Insgesamt laufe alles sehr ordentlich, würden Standards übertroffen. Nur in den ehemaligen eigenen Läden, die der Konzern vor einem Jahr an den Franchise-Nehmer Yi-Ko verkaufte, da habe es gehakt. "Die letzten drei Jahren liefen sehr gut für uns. Gerade deshalb tut es uns leid, dass wir unsere Gäste jetzt enttäuscht haben", sagt er.

Burger-Angestellte protestieren weltweit

In dieser Woche hat die Zentrale in München die Macht wieder selbst übernommen, am kommenden Montag wird eine Managerin alle Restaurantchefs der 90 Yi-Ko-Filialen zusammenholen und einnorden: Zutaten, die interne Ablauffristen überschritten haben, müssen weggeworfen werden, auch wenn es Kosten verursacht.

Und auch der Umgang mit den Mitarbeitern soll sich bessern. Der bei den Betriebsräten der Yi-Ko GmbH gefürchtet Arbeitsrechtler Helmut Naujoks habe mit Burger King nichts mehr zu tun: "Wir gehen aktiv auf die Gewerkschaft zu und sind bereits in Gesprächen." Die Nachricht kommt zur rechten Zeit: Für den kommenden Donnerstag haben Burger-Angestellte in der ganzen Welt zu Protesten aufgerufen, um auf ihre teils miesen Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen, die in Deutschland insgesamt so mies nicht sind.

Workers and their supporters protest outside Burger King as part of a nationwide strike by fast-food workers to call for wages of $15 an hour, in Los Angeles, California

Unter dem Hashtag #fastfoodglobal protestieren Angestellte einer Burger-Kette in Los Angeles für bessere Arbeitsbedingungen.

(Foto: REUTERS)

Das Ziel des Ganzen: Die Menschen sollen wieder Vertrauen fassen zu Burger King und Burgern insgesamt. Und dazu gehört natürlich das Bekenntnis zum eigenen Produkt: "Ich werde heute sicher noch einen Whopper essen", sagt Bork. Das sei ein Genuss, den er sich regelmäßig gönne.

Ganz so große Emotionen hat die Ökotrophologin Schönberger nicht bei Hackfleischsemmeln - aber auch sie geht mit ihren beiden Kindern ab und an zu McDonald's oder Burger King: "Das gehört zur Kindheit und Jugend." Sie selbst holt sich indes lieber eine Breze, wenn es schnell gehen muss. Oder einen Wrap. Oder eine Suppe. Alternativen gibt es genug.

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