Diesel-Fahrverbote Wo Diesel-Fahrverbote gelten oder drohen

Fahrverbot für alte Dieselfahrzeuge

Diesel-Fahrverbote: Manchmal sind nur einige Straßen betroffen, manchmal Umweltzonen, die fast die ganze Innenstadt umfassen.

(Foto: Christoph Schmidt/dpa)

Immer wieder verhängen Gerichte neue Fahrverbote für ältere Diesel. Ein Überblick, in welchen Städten und Regionen Dieselfahrer aufpassen müssen.

Diesel-Fahrer müssen immer häufiger aufpassen: Im Februar hatte das Bundesverwaltungsgericht Diesel-Fahrverbote ermöglicht, jetzt verhängen Gerichte sie in vielen deutschen Städten. Die Fahrverbote in Hamburg gelten schon, in vielen anderen Städten drohen ältere Diesel bald aus Teilen der Stadt ausgesperrt zu werden. Die deutsche Umwelthilfe hat zahlreiche Städte wegen zu hoher Luftverschmutzung verklagt. Ein Überblick, wo bereits Verbote gelten oder drohen.

Aachen: Das örtliche Verwaltungsgericht hat die Stadt angewiesen, Fahrverbote für ältere Diesel vorzubereiten. Noch bis Ende 2018 hat Aachen Zeit, mit einem Konzept für saubere Luft das Verbot abzuwenden. Andernfalls tritt zum 1.1. 2019 ein Fahrverbot in Kraft. Inzwischen hat die Stadt offenbar einen Luftreinhalteplan verabschiedet, der das Gericht auch ohne Fahrverbote überzeugen soll.

Berlin: Von Juli 2019 an sollen in Berlin elf besonders belastete Abschnitte von acht Straßen in der Innenstadt für Diesel der Schadstoffklassen Euro 5 oder älter gesperrt sein. Darunter sind auch die Leipziger Straße und die Friedrichstraße.

Bonn: In Bonn soll das Fahrverbot auf zwei Straßen in der Innenstadt gelten, von April 2019 an. Euro-4-Diesel und ältere Fahrzeuge sollen ausgeschlossen werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat angekündigt, gegen die geplanten Fahrverbote in den vier betroffenen Städten im Bundesland in Berufung zu gehen.

Darmstadt: Zum ersten Mal hat sich die deutsche Umwelthilfe außergerichtlich mit einer Landesregierung auf Diesel-Fahrverbote geeinigt. Diese sollen zwei Straßen betreffen: die Hügelstraße am City-Tunnel und die Heinrichstraße, die Stadtzentrum und Außenbezirke miteinander verbindet. Die Fahrverbote sollen vom 1. Juni 2019 an gelten. Auf den beiden betroffenen Straßen dürfen dann nur noch Euro-6-Diesel fahren.

Essen: In der Stadt mitten im Ruhrgebiet hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen sogar ein Fahrverbot für eine Autobahn angeordnet: Für die A40, die auch noch eine der wichtigsten Verkehrsadern ist. Sie führt quer durch das Ruhrgebiet. Außerdem wären 18 der 50 Stadtteile Essens von Fahrverboten betroffen. Von Juli 2019 an sollen nur noch Diesel der Schadstoffklasse Euro 5 oder höher in die betroffenen Teile der Stadt fahren dürfen, von September 2019 an soll das Fahrverbot verschärft werden und auch die Schadstoffklasse Euro 5 aus den Fahrverbotszonen ausschließen.

Frankfurt: Die Metropole am Main war eine der ersten großen Städte in Deutschland, in der per Gerichtsbeschluss Fahrverbote für ältere Diesel verhängt wurden. Sie sollten ursprünglich von Februar 2019 an für Euro-4-Diesel und ältere gelten und im September auf Euro-5-Diesel ausgeweitet werden. Betroffen sein soll die Umweltzone innerhalb des Frankfurter Autobahndreiecks. Allerdings wurde die Umsetzung der Fahrverbote bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung gestoppt, da sich die Stadt gegen das Urteil wehrt. Die DUH hatte zwar per Eilantrag durchsetzen wollen, dass die Verbote trotz des laufenden Rechtsstreits schon zum 1. Februar 2019 greifen, scheiterte damit aber.

Gelsenkirchen: Im nördlichen Ruhrgebiet sollen die Fahrverbote von Juli 2019 an auf nur einer Straße gelten. Allerdings auf einer Hauptverkehrsstraße, der Kurt-Schumacher-Straße. Dort dürfen bald nur noch Diesel der Schadstoffklasse Euro 6 fahren, weil die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO₂) den vorgesehenen Grenzwert überschritten hatte.

Hamburg: An der Elbe gelten schon seit dem 31. Mai 2018 Fahrverbote. Betroffen sind zwei Straßenabschnitte mit einer Gesamtstrecke von insgesamt 2,2 Kilometern. Diesel dürfen dort nur noch fahren, wenn sie der Schadstoffklasse Euro 6 angehören.

Köln: In Köln soll das Fahrverbot von April 2019 an für die Kölner Umweltzone gelten. Die ist 88 Quadratkilometer groß und umfasst fast das gesamte Stadtzentrum. Ausgeschlossen werden sollen erstmal Euro-4-Diesel und ältere. Von September 2019 an dann auch Euro-5-Diesel.

Mainz: Wenn die Stadt nicht im ersten Halbjahr 2019 ihre Grenzwerte einhält, muss sie Fahrverbote verhängen, urteilte das örtliche Verwaltungsgericht. Erst dann wird entschieden, aus welchen Teilen der Stadt die älteren Diesel ausgeschlossen werden sollen.

München: Auch in der drittgrößten Stadt Deutschlands drohen Diesel-Fahrverbote. Die Landshuter Allee gilt als besonders belastet. Es gab aber noch kein Gerichtsurteil.

Stuttgart: In der Hauptstadt Baden-Württembergs sollen die Fahrverbote schon vom Jahreswechsel 2018/2019 an für Euro-4-Diesel und ältere gelten - für die Umweltzone in der Innenstadt.

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