Süddeutsche Zeitung

Facebook:Twitter-Kauf gescheitert

Facebook befindet sich derzeit auf Einkaufstour: Man wollte den Microblogging-Dienst Twitter kaufen - doch der lehnte ab. Der nächste Übernahmekandidat könnte StudiVZ sein.

Sie haben Millionen Nutzer, doch Geld verdienen lässt sich mit ihnen meist noch nicht: Web 2.0-Dienste wie Facebook, StudiVZ oder der Microblogging-Dienst Twitter. Um das zu ändern, setzt Facebook jetzt auf eine aggressive Expansionsstrategie. US-Medienberichten zufolge wollte die von Mark Zuckerberg in Harvard gegründete Social Community den 140-Zeichen-Dienst Twitter kaufen, für 500 Millionen Dollar in Aktien.

Doch über den Wert der Anteile war man sich im Silicon Valley offenbar uneins. Die Twitter-Gründer Jack Dorsey und Biz Stone lehnten das Angebot ab, da die Facebook-Anteile aufgrund der Finanzkrise nicht mehr 500 Millionen Dollar Wert seien, sondern nur noch 150 Millionen Dollar. Microsoft hatte im Oktober 2007 für 1,6 Prozent an Facebook 240 Millionen Dollar gezahlt. Das hatte vor einem Jahr zu einem Unternehmenswert von 15 Milliarden Dollar geführt. Dieser wird nun von den Twitter-Eignern in Frage gestellt.

Aber eventuell reichen die Aktien von Facebook, um den deutschen Konkurrenten StudiVZ zu kaufen. Die Social Community hat zwar mit 5,5 Millionen Nutzern hierzulande deutlich mehr Mitglieder als das amerikanische Original Facebook. Dennoch ist es dem Eigner Holtzbrinck-Verlag bislang noch nicht gelungen, die 85 Millionen Euro Investition profitabel zu machen. Würde Facebook StudiVZ übernehmen, wäre wohl beiden Seiten gedient.

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