Facebook 1,37 Milliarden Menschen loggen sich am Tag bei Facebook ein

Es sind Zahlen wie diese, die Facebook vor vielen anderen Macht und Einfluss verleihen. Zahlen, die einen schwindelig machen: 1,37 Milliarden Menschen loggen sich an einem durchschnittlichen Tag bei Facebook ein, fast ein Fünftel der Weltbevölkerung. Mehr als ein Viertel aller Menschen auf dem Planeten hat ein Facebook-Konto und schaut mindestens einmal pro Monat bei dem sozialen Netzwerk vorbei. Die Zahlen wachsen und wachsen. Und damit auch die Verantwortung. Doch wird ihr das Unternehmen gerecht?

"Facebook ist kein digitales Wild-West", sagte Elliot Schrage, Kommunikations- und Politik-Chef des sozialen Netzwerks, in dieser Woche in München. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen zu viel in Neues investiert, gibt er zu, und zu wenig gegen Missbrauch und Hetze getan. Das werde sich nun ändern: "Wir müssen mehr zum Schutz unserer Gemeinschaft tun." Denn der Druck nimmt zu.

Schon von Anfang an zahlen Facebook-Nutzer mit wertvollen persönlichen Daten statt mit Geld. Das hält viele jedoch nicht davon ab, sich anzumelden. Aus den vielen Daten, die der Konzern sammelt, lassen sich mit immer raffinierteren Analysemethoden Erkenntnisse gewinnen, die für das Unternehmen von höchstem Wert sind. Indem die Nutzer Details aus ihrem Leben preisgeben, ermöglichen sie es Facebook, Zielgruppen für Werbekunden zu schaffen. Und so immer besser zu verstehen, welche Interessen die Kunden haben. Facebook erfasst sogar Internetnutzer, die nicht bei Facebook sind. "Wer weiß denn schon, dass er von Facebook getrackt wird, auch wenn er gar kein Konto dort hat?", fragt Kartellamtspräsident Mundt.

Viele lassen das Unternehmen auch in ihr Adressbuch gucken

Auf vielen Webseiten befinden sich sogenannte Like-Buttons, Knöpfe also, durch deren Druck man bekunden kann, dass einem etwas gefällt oder missfällt. Auch wenn man ihn gar nicht drückt: Der Knopf dient Facebook dennoch als Zähler dafür, dass von einem bestimmten Gerät aus eine bestimmte Internetseite abgerufen wurde. Viele lassen das Unternehmen auch in ihr Adressbuch auf PC oder Smartphone gucken - auch darüber geraten Internetnutzer, ob sie wollen oder nicht, in die Datensammlung des Konzerns.

Facebook ist nicht der einzige Datensammler. Auch Amazon und Google horten massenhaft Daten über die Nutzer ihrer zahlreichen Dienste. Smartphones mit Googles Betriebssystem Android liefern Bewegungsdaten, die Suchen im Internet ermöglichen Aufschlüsse auch über intime Details wie Krankheiten. Als größter Werbeanbieter im Netz kann Google seine Nutzer auch außerhalb seiner eigenen Seiten vielfach verfolgen.

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