Meta-Konzern:Facebook schrumpft zum ersten Mal

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Meta-Konzern: Mit der Umbenennung von Facebook in Meta möchte CEO Zuckerberg den Fokus auf die neue virtuelle Umgebung "Metaverse" lenken, in der er die Zukunft seines Konzerns sieht.

Mit der Umbenennung von Facebook in Meta möchte CEO Zuckerberg den Fokus auf die neue virtuelle Umgebung "Metaverse" lenken, in der er die Zukunft seines Konzerns sieht.

(Foto: Carlos Barria/Reuters)

Die blaue App verliert Nutzer - und Gründer Mark Zuckerberg 29 Milliarden Dollar. Die Aktionäre sind bestürzt. Doch der Mutterkonzern Meta sieht seine Zukunft ohnehin woanders.

Von Simon Hurtz

Es ist ein turbulenter Tag für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Innerhalb eines Tages sinkt sein Vermögen um stolze 29 Milliarden Dollar. Denn obwohl Facebook 18 Jahre lang nur eine Richtung kannte - nach oben - muss Zuckerberg nun eine neue Erfahrung machen. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte hat Facebook Nutzerinnen und Nutzer verloren. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres sank die Zahl der Menschen, die das Netzwerk täglich besuchen, um rund eine Million.

Der Mutterkonzern Meta könnte Möglichkeiten finden, die Entwicklung schönzureden: Bei knapp zwei Milliarden täglich aktiven Nutzern beträgt der Rückgang gerade einmal 0,05 Prozent. Die Zahl der Menschen, die Facebook unregelmäßiger öffnen, stieg sogar leicht und liegt bei knapp drei Milliarden. Zählt man Instagram und Whatsapp dazu, die ebenfalls zu Meta gehören, nutzen rund 3,6 Milliarden Menschen die Plattformen des Konzerns. Auch finanziell läuft es gut, 2022 setzte Meta 118 Milliarden Dollar um, mehr als je zuvor.

Der Rückgang mag klein sein, aber er könnte symbolisch sein für eine größere Entwicklung. Facebook gilt in der Gesellschaft schon lange nicht mehr als cool - und jetzt schlägt sich das auch in Zahlen nieder. Nun wird endgültig klar, warum Zuckerberg den Konzern im vergangenen Jahr von Facebook in Meta umbenannte. Die blaue App ist nicht die Zukunft, es braucht einen Neuanfang, so die Devise. Seine Hoffnungen setzt Zuckerberg aufs Metaverse, eine Welt, in der virtuelle und reale Erlebnisse verschmelzen, Menschen durch Avatare dargestellt werden und mithilfe von Virtual-Reality-Brillen kommunizieren.

Der Aktienkurs ist um 26 Prozent eingebrochen

Meta wettet viel Geld auf diese Idee. Mehr als zehn Milliarden Dollar verlor die Sparte "Reality Labs" im vergangenen Jahr. Darin fasst Meta alle Abteilungen zusammen, die VR-Brillen und andere Hardware entwickeln, die den Grundstein für das Metaverse legen sollen. Bislang weiß noch niemand genau, ob, wann und wie diese Vision Realität werden wird. Das halbe Silicon Valley redet ständig davon, bislang ist das Metaverse aber eher ein Köder für Investoren und Aktionärinnen, denen Meta eine rosige Zukunft malen will.

Die scheinen sich aber eher für die Gegenwart zu interessieren. Nachdem Meta seine Bilanz vorlegte und die Erwartungen für die kommenden Monate dämpfte, brach der Aktienkurs um mehr als 26 Prozent ein. Verantwortlich dafür sind zwei Konkurrenten. Als Zuckerberg die Quartalszahlen erklärte, erwähnte er mehrfach Tiktok. Die App ist einer der Gründe, warum sich jüngere Menschen erst gar nicht mehr bei Facebook anmelden und auch Instagram bangen muss. Mit dem Kurzvideoformat Reels, einer Kopie der Tiktok-Videos, will Instagram verhindern, dass noch mehr Nutzerinnen und Nutzer abwandern.

Der zweite Tech-Konzern, der Meta Sorgen macht, ist Apple. Wer iPhone oder iPad nutzt, sieht seit iOS-Version 14.5 in vielen Apps einen Hinweis: "Darf Facebook (oder eine andere App) deine Aktivitäten in Apps und auf Websites anderer Unternehmen erfassen?" Die meisten Menschen sagen nein, deshalb sanken Metas Werbeerlöse um rund zehn Milliarden Dollar. Das Anzeigengeschäft beruht auf Überwachung, und je weniger Daten Meta sammeln kann, desto ungenauer wird die Werbung und desto weniger Geld geben Unternehmen dafür aus.

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