Facebook:Ein Gesicht für Facebook

Bochum, Deutschland, 31.01.2020, ThyssenKrupp Hauptversammlung: Angelika Gifford, MultiaufsichtsrâÄ°tin und Technologie Ex

Angelika Gifford ist auf dem SZ-Summit zu Nachhaltigkeit aus Seattle zugeschaltet.

(Foto: Jürgen Schwarz/Imago/Bearbeitung SZ)

Facebook-Europa-Chefin Angelika Gifford erklärt den Kaliforniern, wie etwa Deutsche den Konzern wahrnehmen - und will sein Image verbessern.

Von Caspar Busse

Sie ist erst seit Januar 2020 dabei, Angelika Gifford hat lange für die amerikanischen Hightech-Konzerne Microsoft und HP gearbeitet, saß in vielen Aufsichtsräten. Dann wechselte sie vor eineinhalb Jahren zu einem der derzeit umstrittensten Unternehmen, zu Facebook. Als Europa-Chefin ist sie zuständig für 34 Länder. Neu fühlt sie sich aber nicht mehr. "47 Prozent der Belegschaft ist nach mir gekommen", sagt Gifford. Allein 2020 habe der Konzern aus Kalifornien weltweit etwa 20 000 Mitarbeiter neu eingestellt.

Fake-News, Hassreden, Wahlbeeinflussung, eine marktbeherrschende Stellung - die Liste der Vorwürfe gegen Facebook ist lang, zum Konzern gehören neben der sozialen Plattform auch Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp, mit insgesamt weltweit 3,4 Milliarden Nutzern. Gifford, die für den SZ-Summit früh aufgestanden und aus Seattle zugeschaltet ist (wo es neun Stunden früher ist), sagt, sie halte den Amerikanern den "deutschen Spiegel" vor und berichte in Kalifornien, wie kritisch und kontrovers Facebook in Europa gesehen werde. "Ich finde sehr viel Gehör", sagt Gifford. Und: "Nicht überall auf der Welt ist Facebook eine love-brand", gehöre also nicht zu den begehrtesten Marken. Dass sich das ändere, daran arbeite sie: "Die Reise ist noch nicht zu Ende." Es seien in der Vergangenheit viele Fehler gemacht worden, aber Facebook habe daraus gelernt und verbessere das Geschäftsmodell immer weiter.

Nachhaltigkeitsgipfel

Angelika Gifford ist auf dem SZ-Summit zu Nachhaltigkeit aus Seattle zugeschaltet.

(Foto: Friedrich Bungert)

Transparenz soll helfen

Das Konzept von Gifford und den anderen Facebook-Manager: Zunächst Transparenz schaffen, dies sorge für Vertrauen und das erleichtere die Kommunikation. Facebook müsse eben ein Gesicht, ein Face, bekommen. So könne sich das Bild verbessern. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg veranstalte jede Woche einen etwa einstündigen Mitarbeiter-Call, äußere sich zu aktuellen Themen, 40 Minuten der Zeit beantworte er alle Fragen der Belegschaft. So etwas habe sie in europäischen Unternehmen noch nicht so oft gesehen, sagt Gifford.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit engagiere sich der Konzern. Seattle wurde gerade von einer historischen Hitzewelle heimgesucht, hier zeige sich, dass der Klimawandel kein Phänomen sei, das verneint werden könne - was in den USA immer noch und zu oft vorkomme. Irrführende Meldungen zu dem Thema prüfe Facebook und sperre sie. In Sachen ökologischer Fußabdruck tut sich die Tech-Branche insgesamt leichter, da keine großen Produktionsanlagen betrieben werden, wohl aber große Rechenzentren, die viel Strom benötigen. Der Konzern selbst sei bereits seit 2020 CO₂-neutral, sagt Gifford. Bis zum Jahr 2030 sollen auch alle Zulieferketten klimaneutral sein.

© SZ
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