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Facebook:Ende des Rekordwachstums

Ist Facebook noch cool? Der Konzern wird seine Online-Anzeigen weniger rasant los als früher.

(Foto: Tony Avelar/AP)

Der Umsatz des Konzerns wächst im Schlussquartal so langsam wie noch nie.

Facebooks Jahre des Rekordwachstums könnten vorbei sein. Zwar kletterte die Zahl der monatlichen Nutzer auf mehr als 2,5 Milliarden Menschen weltweit, doch legt der Umsatz nicht mehr so schnell zu wie in der Vergangenheit. Höhere Kosten drückten die operative Rendite. Facebook, der weltweit größte Verkäufer von Online-Werbung, vermeldete immerhin noch ein Wachstum von 25 Prozent. Das ist aber das niedrigste Umsatzplus für ein viertes Quartal in seiner Geschichte. Im laufenden Quartal werde es nicht besser werden, räumte Finanzchef David Wehner ein. Facebook blickt nun schon auf vier Quartale in Folge zurück, in denen das Umsatzwachstum unter 30 Prozent lag. Vor dem Jahr 2018 hatte der Konzern regelmäßig Wachstumsraten von über 40 Prozent vermeldet. Auch hinterließen höhere Investitionen in die Sicherheit Spuren in der Bilanz. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben auf 12,2 Milliarden Dollar - ein überraschend starker Anstieg von 34 Prozent. An der Börse reagierten die Anleger enttäuscht auf die Zahlen.

Die Aktie verlor am Donnerstag knapp sechs Prozent an Wert. Facebook steht seit Jahren wegen seines Umgangs mit dem Datenschutz in der Kritik. Dem Konzern wird zudem vorgeworfen, dass sein Netz zur Verbreitung von falschen Informationen genutzt werde, auch der Umgang mit Wahlwerbung ist umstritten. Social-Media-Unternehmen stehen zunehmend unter Druck, keine Werbung mehr zu verbreiten, die falsche Informationen zum Inhalt hat und damit Einfluss auf den Ausgang von Wahlen nimmt. Der Facebook-Konzern, zu dem auch die Dienste Whatsapp und Instagram gehören, steht wegen Datenskandalen, Hasskommentaren und Falschinformationen von Nutzern unter besonderer Beobachtung auch der Regulierer. Das Management hatte bereits angekündigt, dass neue Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre das Umsatzwachstum bremsen würden.

Mit den Quartalszahlen gab Facebook auch eine Zahlung von 550 Millionen Dollar im US-Bundesstaat Illinois für die Beilegung einer Verbrauchersammelklage wegen der Gesichtserkennungsfunktion auf der Plattform bekannt. Die Kläger hatten Facebook vorgeworfen, gegen lokale Gesetze verstoßen zu haben, weil biometrische Daten ohne Wissen der Nutzer erhoben worden seien. Die Funktion schlägt Namen von Facebook-Freunden zum markieren in Fotos vor. Facebook-Chef Mark Zuckerberg kündigte an, er wolle die Positionen des Online-Netzwerks offensiver vertreten. "Mein Ziel für das nächste Jahrzehnt ist es nicht, gemocht, sondern verstanden zu werden", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Damit man Vertrauen gewinnen kann, müssen die Leute wissen, wofür man steht." Facebook wolle verstärkt die Redefreiheit, die Verschlüsselung und sein werbebasiertes Geschäftsmodell verteidigen.

© SZ vom 31.01.2020 / dpa/Reuters

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