GeldpolitikInflation lässt leicht auf 2,3 Prozent nach – EZB hält Leitzins konstant

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Der Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main.
Der Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. (Foto: Florian Gaul/Imago/greatif)

Die Inflation ist unter Kontrolle, deshalb, bleibt der wichtigste Leitzins bei 2,0 Prozent. Unterdessen treibt die Notenbank die Einführung des digitalen Euro voran.

Von Markus Zydra, Frankfurt

Die Europäische Zentralbank belässt ihren wichtigsten Leitzins bei 2,0 Prozent. „Wir sind in einer guten Lage und wir werden alles tun, damit es so bleibt“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag in Frankfurt. Während die Inflation weitgehend unter Kontrolle zu sein scheint, stockt das Wachstum. Die Wirtschaft der Euro-Zone ist im dritten Quartal 2025 nur um 0,2 Prozent gewachsen, Deutschlands Ökonomie stagniert. Doch Lagarde sagte: „Ich möchte mich über das Wachstum jetzt nicht beschweren, auch wenn es besser sein könnte“.

Inflation in Deutschland leicht zurückgegangen

„Die EZB hat sich zu Recht gegen eine weitere Zinssenkung entschieden. Mit Deutschland schwenkt die größte Ökonomie der Euro-Zone in ihrer Haushaltspolitik auf einen stark expansiven Kurs ein, damit wirkt die Fiskalpolitik Deutschlands inflationär“, sagte ZEW-Volkswirt Friedrich Heinemann. Die EZB hatte von Juni 2024 bis Juni 2025 im Zuge einer nachlassenden Inflation die Zinsen insgesamt achtmal gesenkt, bei den folgenden drei Sitzungen jedoch eine Pause eingelegt.

Die Inflationsrate in der Euro-Zone stieg im September mit 2,2 Prozent über die EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent, während die Teuerung in Deutschland nachgelassen hat. Dort betrug der Wert im Oktober 2,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Aktuelle Inflationsdaten der Euro-Zone für Oktober werden am Freitag veröffentlicht.

Digitaler Euro kommt voran

Unabhängig von der noch ausstehenden Einigung auf politischer Ebene beschloss der EZB-Rat bei seiner auswärtigen Sitzung in Florenz ebenfalls, die Vorbereitungen für einen digitalen Euro fortzusetzen. „Wenn die Gesetzgebung im Laufe des Jahres 2026 in Kraft tritt, könnte 2027 ein Pilotprojekt starten, und das Euro-System sollte für eine mögliche erste Ausgabe des digitalen Euro im Jahr 2029 bereit sein“, teilte die Notenbank mit. Der digitale Euro soll das klassische Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Die Verbraucher bekämen den digitalen Euro in einer digitalen Geldbörse, einer sogenannten Wallet, gutgeschrieben und könnten in Sekundenschnelle bezahlen. Bislang sind es vor allem US-Firmen wie Mastercard, Visa und Paypal, die den europäischen Zahlungsverkehr kontrollieren. Diese Abhängigkeit soll beendet werden.

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