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Expo 2020:Baden-Württemberg sticht Kalifornien aus

So könnte der Pavillon auf der Expo in Dubai aussehen.

(Foto: Von M Architekten, Knippers Helbig, Transsolar/oH)
  • Baden-Württemberg wird sich bei der Weltausstellung 2020 in Dubai mit einem eigenen Pavillon präsentieren.
  • Das Ländle erhielt als einzige Region einen eigenen Platz - sonst zeigen sich dort nur Staaten.

Ob Auto, Fernsehturm oder Seifenblasenmischung im blauen Röhrchen: Die Welt hat dem schwäbischem Erfindergeist viel zu verdanken. Das ist in der Welt zwar schon einigermaßen bekannt. Doch gerade im arabischen Raum sieht Baden-Württembergs Wirtschaft noch Luft nach oben, was die Werbung in eigener Sache angeht. Bei der nächsten großen Weltausstellung, die im Oktober 2020 in Dubai beginnt, werden sich Baden-Württemberg und seine Unternehmen deshalb erstmals mit einem eigenen Pavillon präsentieren. Man darf das durchaus als Coup bezeichnen: Deutschlands drittgrößtes Bundesland ist die einzige Region, die neben den 192 angemeldeten Ländern einen eigenen Platz auf dem Gelände bekommt.

Ohne Frage: Was Wirtschaftskraft und Bevölkerungszahl angeht, kann es Baden-Württemberg mit einigen vollwertigen Staaten aufnehmen - es ist größer als Belgien und hat mehr Einwohner als Griechenland oder Portugal. Dasselbe gilt aber auch für Bayern oder Kalifornien. Und insbesondere der amerikanische Sonnenstaat hat innovationsmäßig ja einiges zu bieten.

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Tatsächlich habe sich Kalifornien vergeblich beworben, sagt Daniel Sander, Geschäftsführer der Ingenieurkammer in Baden-Württemberg, nicht ohne Stolz. Seine Organisation war treibende Kraft hinter dem "Haus Baden-Württemberg" in Dubai und ist mittlerweile einer von drei Partnern in der verantwortlichen Projektgesellschaft. Dass die Vereinigten Arabischen Emirate als Gastgeber ausgerechnet die Bewerbung aus Stuttgart erhört haben, erklärt Sander mit guten Kontakten heimischer Unternehmer nach Dubai - vor allem aber mit schwäbischer Beharrlichkeit.

Dabei ist die Idee eher als Behelfslösung entstanden. 2015 waren einige Bauunternehmer mit dem damaligen Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) aus Stuttgart auf die Arabische Halbinsel gereist, um etwas für die Handelsbeziehungen zu tun. Als sie in Dubai den Vorsitzenden des lokalen Expo-Komitees zum Gespräch trafen, erkundigten sie sich nach Aufträgen für die Weltausstellung - schließlich investieren die Vereinigten Arabischen Emirate etwa sieben Milliarden Euro in den Bau des Geländes. Doch da waren die großen Planungen schon vergeben.

Der klimafreundliche Pavillon soll ein Ausweis schwäbischer Ingenieurskunst sein

Baden-Württembergs Ausstellungshaus soll 13,3 Millionen Euro kosten und ein Projekt "von der Wirtschaft für die Wirtschaft" werden. Ursprünglich waren lediglich für die landeskundliche Ausstellung öffentliche Mittel vorgesehen - 2,8 Millionen Euro. Ergebnis dieser Entstehungsgeschichte ist ein eigenwilliges Konzept: Der aus einem Holztragwerk und klimafreundlichen Materialien errichtete Pavillon soll einerseits ein Ausweis schwäbischer Ingenieurskunst sein, andererseits eine Werbeplattform für die Sponsoren werden (gerne aus der Automobilindustrie), und nicht zuletzt über Küche und Lebensart des Südwestens informieren.

Bis zu dieser Woche sah es so aus, als würde der große Coup an der Finanzierung scheitern, weil die Projektgesellschaft erst eine Million Euro eingesammelt hat, wobei Sander versichert, dass es für weitere sechs Millionen mündliche Zusagen gebe. Weil dringend Aufträge vergeben werden mussten, damit es mit dem Spatenstich im November klappt, hat sich die grün-schwarze Koalition in Stuttgart jetzt bereit erklärt, notfalls weitere drei Millionen Euro dazuzuschießen.

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