bedeckt München 17°
vgwortpixel

Explosion der "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko:BP-Partner Transocean macht Milliardenverlust

Jemand muss für die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA zahlen - neben BP steht auch die Betreiberfirma Transocean im Fokus. Die Katastrophe hat den selbst zugeschriebenen Wert der Firma vernichtet, nun fährt sie ein deftiges Minus ein. Die Aktionäre reagieren gelassen.

Im April 2010 explodierte die Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko. Was folgte, gilt als die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA. Die Katastrophe schlägt sich jetzt in der Bilanz des Schweizer Öhlbohrkonzerns Transocean nieder: Für das Jahr 2011 hat das Betreiberunternehmen der Plattform einen hohen Milliardenverlust verbucht. Alleine im vierten Quartal machte das Unternehmen etwa 4,5 Milliarden Euro Verlust, wie Transocean mitteilte.

Der Grund: Der Firmenwert musste neu berechnet werden, dabei wurden auf die Konzernabteilung Auftragsbohrarbeiten hohe Abschreibungen vorgenommen. Der Firmenwert setzt sich aus Faktoren wie Gewinnaussichten, Kundenpotenzial oder Branchenbedeutung zusammen. Ende September hatte Transocean diesen immateriellen Vermögensposten noch mit rund acht Milliarden Dollar beziffert. Jetzt, sagt Transocean, soll das Unternehmen etwa fünf Milliarden Dollar weniger wert sein.

Hinzu kommen laut Transocean Rückstellungen in Höhe von rund einer Milliarde Dollar für mögliche Verluste wegen der Ölpest. Bei der Explosion der Deepwater Horizon kamen elf Menschen ums Leben. Zwischen vier und fünf Millionen Barrel Rohöl liefen ins Meer und verschmutzten einen Küstenabschnitt von mehr als 1000 Kilometern Länge. Der Energiekonzern BP rechnet mit Kosten von 40 Milliarden Dollar für die Aufarbeitung des Schadens. Einen Teil davon wollen die Briten an die Partnerfirmen weitergeben, vor allem an Halliburton und Transocean.

Diesen Montag sollte in New Orleans der Prozess gegen die Verantwortlichen der Katastrophe beginnen. Nun haben die zuständigen Richter die Verhandlung aber um eine Woche verschoben, um den Betroffen mehr Zeit für einen außergerichtlichen Vergleich einzuräumen. Hauptbeklagter ist BP, daneben muss sich aber auch Transocean vor Gericht verantworten. Nach einem ersten Urteil trifft den Schweizer Konzern aber nur eine Teilschuld.

Die Anleger reagierten gelassen auf die schlechten Zahlen. Über die Abschreibungen hatte Transocean die Aktionäre bereits vergangene Woche informiert. Die Höhe der Rückstellungen für die Katastrophe fiel außerdem geringer aus als erwartet.

© AFP/dpa/bero/bbr

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite