Joachim Hunold verlässt Fluggesellschaft Hartmut Mehdorn wird Air-Berlin-Chef - vorübergehend

Damit haben wohl nur wenige gerechnet: Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold wirft hin und tritt als Vorstandschef der Fluggesellschaft zurück. Sein Nachfolger: der ehemalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn.

Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold wirft hin. Der 61-Jährige teilte mit, er wolle zum 1. September als Vorstandschef der Fluggesellschaft zurücktreten. Hunold gilt als Enfant terrible seiner Branche. Der Air-Berlin-Chef liebt klare Worte, trifft Entscheidungen gerne spontan.

Der ehemalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn soll Air Berlin leiten.

(Foto: dpa)

Hunold schlug auch gleich einen Nachfolger vor: Vorübergehend solle der ehemalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn Air Berlin leiten, erklärte das Unternehmen. Mehdorn gehört bereits dem Verwaltungsrat von Air Berlin an, ohne bisher operative Aufgaben zu haben. In eine solche Rolle will sich Hunold nun zurückziehen.

Die Air-Berlin-Aktie drehte nach Hunolds Ankündigung ins Plus und legte binnen Minuten um 4,4 Prozent zu. Die Fluglinie hatte nach Jahren der Expansion und hohen Verlusten zuvor beschlossen, ihr Streckennetz auszudünnen.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft will mit dem drastischen Sparprogramm wieder in die Gewinnzone kommen. Um das Unternehmen in Zukunft profitabel aufzustellen, soll die Kapazität im zweiten Halbjahr 2011 um mehr als eine Million Sitze verringert werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Dazu müsse auch die Flotte um acht Flugzeuge verkleinert werden.

Weiter sehe das Programm die Streichung unrentabler Strecken, den teilweisen Rückzug von Regionalflughäfen sowie die Konzentration auf die Drehkreuze Berlin, Düsseldorf, Palma de Mallorca und Wien vor. "Um profitabel zu werden, müssen wir Einschnitte in unser Streckennetz und in unsere Flotte vornehmen", sagte der Vorstandsvorsitzende Joachim Hunold. Offenbar eine seiner letzten Entscheidungen.