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Ex-Arcandor-Chef:Middelhoff bleibt in Untersuchungshaft

Prozess Middelhoff 06 11 2014 Thomas Middelhoff auf der Anklagebank im Landgericht Essen Einzelbil

In Untersuchungshaft: der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff.

(Foto: Imago Stock&People)
  • Der Ex-Manager Thomas Middelhoff kommt nicht aus der Untersuchungshaft, hat das Landgericht Essen entschieden.
  • Der frühere Arcandor-Chef war am 14. November wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden.
  • Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Befangenheitsgesuch gegen Richter erfolglos

Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat sich mit seiner Haftbeschwerde beim Landgericht Essen nicht durchsetzen können. Middelhoff bleibe in Untersuchungshaft, sagte ein Gerichtssprecher. Doch werde das Oberlandesgericht Hamm als zuständiges Beschwerdegericht die Haftbeschwerde noch einmal prüfen.

Middelhoffs Verteidiger hatten bereits vor eineinhalb Wochen Haftbeschwerde eingelegt. Die Kammer habe aber erst jetzt darüber entscheiden könne, da die Verteidiger auch ein Befangenheitsgesuch gegen die Richter gestellt hätten. Darüber hätten aber zunächst andere Richter entscheiden müssen, sagte der Sprecher. Diese hätten allerdings keine Besorgnis der Befangenheit erkannt.

Schaden von mehr als 500 000 Euro

Middelhoff war am 14. November vom Landgericht Essen wegen Untreue in 27 Fällen und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt und noch im Gerichtssaal festgenommen worden. Nach Überzeugung des Gerichts hat der frühere Chef des pleitegegangen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor private Flugreisen und eine Festschrift zu Unrecht teils über die Firma abgerechnet. Das Gericht wertete dies als Untreue, als Folge der fehlerhaften Abrechnung machte sich der ehemalige Spitzenmanager demnach auch der Steuerhinterziehung schuldig. Insgesamt soll er das Unternehmen um mehr als 500 000 Euro geschädigt haben. Middelhoff hat die Vorwürfe stets bestritten.

Das Urteil gegen Middelhoff ist noch nicht rechtskräftig. Das Gericht erließ wegen Fluchtgefahr einen Haftbefehl gegen den Manager. Der 61-Jährige will das Urteil anfechten.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa/Reuters/ratz/sana
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