In Hongkong lief am Montagmorgen alles ohne Aufsehen ab. Kein Gong, kein Hinweis, nicht einmal eine kurze Mitteilung im Handelsraum. Still verschwand der Name China Evergrande Group von der Anzeigetafel der Börse. Es ist das Ende eines Konzerns, der einst der größte Immobilienentwickler der Volksrepublik war. Nach dessen Pleite warten bis heute hunderttausende Chinesen auf Wohnungen, die sie längst bezahlt, aber nie erhalten haben. Währenddessen bleibt ein Schuldenberg von mehr als 300 Milliarden Dollar. Evergrande verschwindet von der Börse. Die Krise aber bleibt.
Chinesisches ImmobilienunternehmenDas stille Ende von Evergrande
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Zwei Jahrzehnte lang hat die Baubranche Chinas Wirtschaftswachstum getragen. Jetzt fliegt der einst größte Immobilienentwickler von der Börse. Das markiert einen Schlussstrich, ist aber keine Lösung für eine tiefe Krise.
Von Gregor Scheu