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Europa-Rettung:Was vom Gipfel übrigblieb

Europa ist gerettet! Das sollte die Botschaft des großen Gipfels Anfang Dezember sein. Doch Worte sind billig - und die Märkte haben sich noch nicht beruhigt. Was ist seitdem eigentlich tatsächlich passiert? Die wichtigsten Punkte.

Die Vokabel des Tages hieß "Stabilitätsunion". Das war die Botschaft, die vom Europa-Gipfel in Brüssel in der Nacht auf den 9. Dezember ausgehen sollte. Es sollte Schluss sein mit dem Leben auf Pump in der Euro-Zone. Gesucht wurde und wird das Vertrauen der Finanzmärkte. Doch die Märkte bleiben nervös. Was ist seit der Brüsseler Nacht passiert? Wie werden die Beschlüsse verwirklicht? Wo gibt es Defizite? Eine Bestandsaufnahme.

Das war ermüdend: Der Euro-Gipfel in Brüssel zur Abwehr der Schuldenkrise.

(Foto: AP)

Mehr Feuerkraft für den IWF

Wie viel ist "maßgeblich"? Die EU-Staaten und die großen außereuropäischen Industrieländer wollen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bis zu 200 Milliarden Euro leihen, die der IWF dann zur Bekämpfung der Schuldenkrise einsetzen kann. Die Begeisterung hält sich weltweit in Grenzen. Vor allem die USA als größter Anteilseigner des Währungsfonds haben signalisiert, dass sie kein Geld geben wollen. Das hat die Bundesbank auf den Plan gerufen, die Deutschland im Kreis der IWF-Aktionäre vertritt und die 45 Milliarden Euro beisteuern soll: Sie sei dazu nur bereit, wenn sich auch Staaten außerhalb der Währungsunion "maßgeblich" an der Aktion beteiligen. Anderenfalls gerieten die Notenbanken der Euro-Länder in den Ruch der verbotenen Staatsfinanzierung.

Was "maßgeblich" in Länderzahlen oder in Euro ausgedrückt bedeutet, hat die Bundesbank offen gelassen. Ist eine "maßgebliche" Beteiligung dann gegeben, wenn sich zwar die USA verweigern, dafür aber Großbritannien, China und Russland mitmachen? Oder muss Washington dabei sein? Die Briten haben sich zurückhaltend geäußert, die Dänen hingegen wollen fünf Milliarden beitragen.

Auch Russland und Brasilien haben Unterstützung angekündigt. Wie viel genau sie einzahlen werden, wollen sie im Rahmen der sogenannten Brics-Gruppe klären, zu der noch Indien, China und Südafrika zählen. Auch ob sich die USA am Ende verweigern werden, ist offen. Zwar sagte Notenbankchef Ben Bernanke, er habe "weder die Absicht noch die Befugnis", das Geld der US-Steuerzahler zur Rettung Europas einzusetzen. Er machte dem Vernehmen nach aber klar, dass ein Zusammenbruch der Euro-Zone "sehr schädlich" für die USA wäre.

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