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EU:Kritik an Mercosur-Studie

Die Studie hat 397 Seiten - und liefert ein erfreuliches Ergebnis: Demnach wird das geplante und sehr umstrittene Handelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur nicht den Ausstoß an Klimagasen erhöhen oder die Brandrodungen am Amazonas beschleunigen, anders als Gegner des Vertrags befürchten. Den Report erstellten Forscher der Hochschule London School of Economics im Auftrag der EU-Kommission; die Behörde veröffentlichte nun einen Entwurf. Kritiker des Abkommens wie die grüne Europaabgeordnete Anna Cavazzini klagen allerdings, die Fachleute hätten unrealistische Annahmen getroffen: So berücksichtige die Untersuchung nicht den Abbau der Umweltschutzgesetze in Brasilien, sagt sie und bezeichnet den angepeilten Handelsvertrag als "Brandbeschleuniger". Die juristische Ausarbeitung und die Übersetzung des Abkommens ist bald abgeschlossen. Daher werden die Handelsminister der EU-Staaten wohl Anfang November erstmals darüber beraten können - unter deutschem Vorsitz, weil Berlin die Ratspräsidentschaft innehat.

© SZ vom 11.07.2020 / bfi

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