StudieEU-Konzerne abgehängt

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Motorenfertigung in Thüringen: Die Stärke Europas im industriellen Bereich erweise sich aktuell als große Herausforderung, heißt es in der EY-Studie.
Motorenfertigung in Thüringen: Die Stärke Europas im industriellen Bereich erweise sich aktuell als große Herausforderung, heißt es in der EY-Studie. Martin Schutt/dpa
  • Laut einer EY-Studie haben die größten Konzerne aus den USA und Asien im vergangenen Jahr Europas Top-Unternehmen bei Umsatz und Gewinn überholt.
  • Deutsche Großunternehmen schnitten besonders schwach ab: Ihr Umsatz ging um 3,1 Prozent zurück, der Gewinn sank um 8,5 Prozent.
  • Europäische Konzerne geraten im globalen Wettbewerb unter Druck, vor allem durch schwächelnde Industriebranchen, geopolitische Spannungen und Zollbelastungen.
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Die größten Konzerne aus den USA und Asien haben Europas Top-Unternehmen im vergangenen Jahr bei Umsatz und Gewinn hinter sich gelassen. Besonders schwach: deutsche Großunternehmen.

Das zeigt eine Studie, für die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY die Bilanzen der 1000 umsatzstärksten Börsenunternehmen der Welt analysiert hat. Die Top-Firmen aus den Vereinigten Staaten steigerten ihren Umsatz 2024 um durchschnittlich 4,5 Prozent, jene aus Asien um 3,2 Prozent. Europas Großunternehmen mussten ein Minus von 1,1 Prozent hinnehmen. Dominiert wird die Liste von den USA. Sie stellen 317 Unternehmen. Es folgen China (137) und Japan (110). Auf dem vierten Platz landet Deutschland mit 43 Konzernen.

Noch deutlicher ist der Rückstand beim Gewinn: Asiatische Konzerne steigerten ihr operatives Ergebnis der Studie zufolge um fast ein Fünftel (19,5 Prozent), die Unternehmen aus den USA um 8,2 Prozent. In Europa sanken die Gewinne der Top-Player im Durchschnitt um 6,5 Prozent. Besonders schwach schnitten deutsche Konzerne ab: Ihr Umsatz ging um 3,1 Prozent zurück, der Gewinn sank um 8,5 Prozent.

Europas Top-Konzerne geraten laut EY-Experte Jan Brorhilker im weltweiten Wettbewerb damit weiter unter Druck – nicht zuletzt durch die schwächelnde Industriebranche, geopolitische Spannungen und Zollbelastungen. „Die Lage ist wirklich ernst und spitzt sich aktuell weiter zu: Während die Top-US-Konzerne zuletzt kräftig wuchsen und ihre Gewinne steigern konnten, sehen sich Europas Unternehmen zunehmend in der Defensive“, teilte er mit.

Die besondere Stärke Europas im industriellen Bereich erweise sich aktuell als große Herausforderung. Denn traditionelle Industrien wie die Autobranche befänden sich in einem tiefgreifenden Wandel. In dieser Gemengelage komme die chaotische US-Zollpolitik zur absoluten Unzeit. Diese führe zu weiteren finanziellen Belastungen und zu einer enormen Verunsicherung.

Unter den zehn gewinnstärksten Börsenfirmen der Welt findet sich keines aus Europa. Sieben kommen hingegen aus den USA – darunter Apple, der Google-Konzern Alphabet, der Software-Riese Microsoft und der Chipkonzern Nvidia. Dieser Marktmacht der Tech-Konzerne habe Europa wenig entgegenzusetzen, so Brorhilker. Nur wenige europäische Unternehmen spielten im Technologiebereich in der Spitzenliga mit. Die schwache Aufstellung erweise sich als zusätzlicher Hemmschuh: „Während Industrieunternehmen massiv unter Zöllen und Handelsbeschränkungen und gestörten Lieferketten leiden, verzeichnen Digitalkonzerne Rekordgewinne und können Milliarden in Innovationen investieren“, so Brorhilker.

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