Onlineshopping-PortalNeue Vorwürfe aus Brüssel gegen Temu

Billigangebote aus China: Das Onlineshopping-Portal Temu ist auch in Deutschland populär.
Billigangebote aus China: Das Onlineshopping-Portal Temu ist auch in Deutschland populär.
Hannes P Albert/dpa

Der EU-Kommission zufolge soll das chinesische Shopping-Portal Ermittlungen zu illegalen Subventionen behindert haben. Das Unternehmen weist das zurück.

SZ bei Google bevorzugen

Die EU-Kommission wirft dem chinesischen Onlineshopping-Portal Temu vor, Ermittlungen im Wege zu stehen. Die Brüsseler Behörde wollte Anfang Dezember 2025 Hinweisen auf möglicherweise unrechtmäßige staatliche Unterstützung des Online-Riesen nachgehen, wie sie mitteilte. Dafür wollte sie unangekündigt bei Temus Eigentümerin PDD und deren Tochtergesellschaft Whaleco im irischen Dublin Prüfungen vornehmen. Die Unternehmen hätten aber bestimmte Geschäftsbücher und Unterlagen anders als aufgefordert nicht vorgelegt, kritisiert die Behörde. Sie habe dadurch nicht alles prüfen können. Temu wies die Vorwürfe zurück.
„Temu hat vollständig kooperiert und alle Anfragen der Kommission im Rahmen der Inspektion erfüllt“, teilte das Unternehmen mit. Man weise „entschieden zurück, ausländische Subventionen erhalten zu haben, die den Binnenmarkt verzerren“.

„Wir sind nicht auf „ausländische Subventionen“ angewiesen, um Wettbewerbsaktivitäten zu finanzieren oder uns einen Wettbewerbsvorteil im Binnenmarkt zu verschaffen.“
Das Unternehmen kündigte an, das Schreiben der EU-Kommission sorgfältig zu analysieren und zu beantworten. Es vertraue darauf, dass die Behörde ihre Position prüfe. Kommt die Kommission endgültig zum Schluss, dass ein Rechtsverstoß vorliegt, kann sie eine Strafe von bis zu einem Prozent des Gesamtumsatzes verhängen.

Unabhängig davon untersucht die EU-Kommission weiter, ob Temu staatliche Gelder bekommen hat, die den europäischen Binnenmarkt verzerren könnten. Das Onlineshopping-Portal wird in der EU nach Angaben der Behörde vom Konzern PDD über seine Tochtergesellschaft Whaleco betrieben. Die Brüsseler Behörde verhängte zudem im Mai gegen Temu eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro wegen illegaler Produkte auf dem Online-Marktplatz. Der Anbieter habe mittlerweile 130 Millionen Kunden in Europa, hieß es damals. In Deutschland zählt er zu den größten Onlinehändlern.

© SZ/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Online-Handel
:Frankreich verhängt Werbeverbot gegen Shein und Temu

Frankreich geht gegen asiatische Billigmode-Hersteller vor. Deren Produkte werden auch durch einen Aufschlag teurer, wenn sie sich nicht mehr reparieren lassen.

SZ PlusVon Alexandra Föderl-Schmid

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: