Weltwirtschaft:EU erwartet Rekord-Inflation und spricht von "Schockwellen"

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Weltwirtschaft: Die Verbraucherpreise steigen derzeit stark - auch in den Supermärkten, vor allem aber für Energie.

Die Verbraucherpreise steigen derzeit stark - auch in den Supermärkten, vor allem aber für Energie.

(Foto: Fabian Sommer/dpa)

Im Euro-Raum dürften die Preise in diesem Jahr um 7,6 Prozent steigen, so die Prognose der Kommission. Die Deutsche Bank rechnet damit, dass Deutschland noch in diesem Jahr in eine Rezession gerät.

Angesichts der hohen Energiepreise rechnet die EU-Kommission bei der Inflation im Euro-Raum in diesem Jahr mit einem historischen Höchstwert. Im Jahresdurchschnitt werde die Teuerung voraussichtlich 7,6 Prozent erreichen, steht in der Sommer-Konjunkturprognose der Brüsseler Behörde. Bei ihrer Frühlingsprognose im Mai war die Kommission noch von 6,1 Prozent Inflation für die Euro-Länder ausgegangen.

In der gesamten EU wird in diesem Jahr eine Preissteigerung von 8,3 Prozent erwartet (statt 6,8 Prozent). Es sei zu erwarten, dass die Rekordinflation damit ihren vorläufigen Gipfel erreiche und 2023 schrittweise nachgeben werde. Auch dann ist laut der EU-Kommission aber zu erwarten, dass die Europäische Zentralbank ihr Ziel von zwei Prozent bei einer Inflationsrate von voraussichtlich vier Prozent deutlich verfehlt.

Beim Wirtschaftswachstum geht die Kommission nach wie vor davon aus, dass die EU-Wirtschaft 2022 um 2,7 Prozent zulegen wird. Im Euro-Raum werden 2,6 Prozent Wachstum erwartet. Für das kommende Jahr korrigierte die Kommission ihre Vorhersagen allerdings deutlich nach unten: Sie geht von 1,5 Prozent Wachstum in der gesamten EU und 1,4 Prozent im Euro-Raum aus. Im Mai sprachen die Ökonomen noch von 2,3 Prozent sowohl in der EU als auch in der Euro-Zone. Hintergrund ist unter anderem die Lage an den Energiemärkten.

EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Paolo Gentiloni sagte: "Russlands grundlose Invasion der Ukraine sendet weiter Schockwellen durch die Weltwirtschaft." Dadurch würden die Energie- und Getreideversorgung durcheinandergebracht. In der Folge stiegen die Preise und das Vertrauen leide, sagte der Italiener.

Für Deutschland erwartet die EU-Kommission 2022 eine Teuerungsrate von 7,9 Prozent und für 2023 von 4,8 Prozent. Ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum für dieses Jahr schraubte sie zugleich auf 1,4 von 1,6 Prozent zurück. Für 2023 erwartet sie dann ein Plus in Deutschland von 1,3 Prozent. Das sehen die Analysten der Deutschen Bank negativer. Bereits im zweiten Halbjahr werde Deutschland in eine Rezession schlittern, schreiben die Ökonomen, verursacht durch die Wirtschaftslage in den USA und die Energiepreise. Für das kommende Jahr rechnet die Deutsche Bank dann mit einem Schrumpfen der deutschen Wirtschaft um ein Prozent, vor allem weil die privaten Haushalte den durch die Inflation bedingten Einkommensverlust nicht mehr ausgleichen könnten.

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