Die deutsche Wirtschaft wird nach der Herbstprognose der Europäischen Kommission im kommenden Jahr an Fahrt aufnehmen. Dennoch bleibt sie in der Vorhersage unter dem EU-Schnitt. Wie aus in Brüssel vorgestellten Zahlen hervorgeht, rechnen Konjunkturexperten für die Bundesrepublik 2026 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,2 Prozent.
Das ist etwas optimistischer als ihre Schätzung im Mai: Damals sagte die EU-Kommission der größten Volkswirtschaft der EU für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,1 Prozent voraus.
Auch EU-weit fällt die Prognose positiver aus als vor einem halben Jahr: Im EU-Schnitt wird ein Plus von 1,4 Prozent erwartet, in den Staaten mit der Gemeinschaftswährung Euro ein durchschnittliches Plus in Höhe von 1,2 Prozent. EU-weit prognostizierte die Kommission im Frühjahr 2025 ein Wirtschaftswachstum um 1,1 Prozent, für den Euro-Raum ging sie von einem Plus von 0,9 Prozent aus.
Aktuelle Unternehmensindikatoren und Umfragen deuteten auf eine positive Dynamik in den kommenden Quartalen hin, teilte die Kommission mit. Auch wenn das weltwirtschaftliche Umfeld schwierig bleibe, stützten ein robuster Arbeitsmarkt, steigende Kaufkraft und günstige Finanzierungsbedingungen ein moderates Wirtschaftswachstum. Die Kommission veröffentlicht zweimal im Jahr ihre Wirtschaftsprognosen für die Staatengemeinschaft, die Länder mit Euro und jedes der 27 Mitgliedsländer. Außerdem gibt es Schätzungen für EU-Beitrittskandidatenländer und andere Staaten.
Andere Konjunkturprognosen sagen der deutschen Wirtschaft voraus, dass sie im kommenden Jahr nur ein bisschen Fahrt aufnimmt: So teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) Mitte Oktober mit, er rechne für die Bundesrepublik mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent. Mit dem gleichen minimalen Wachstum rechnet auch der Sachverständigenrat der „Wirtschaftsweisen“ für das kommende Jahr.
Die Bundesregierung hofft auf ein Wachstum von 1,3 Prozent.Deutschland steckt seit Jahren in einer Schwächephase. Wirtschaftsverbände sehen strukturelle Probleme wie hohe Energiepreise, steigende Sozialabgaben und zu viel Bürokratie.

