EU-Finanzminister:Spanische Ministerin wird EU-Bankchefin

Nadia Calviño wird die erste Frau an der Spitze der Bank mit Sitz in Luxemburg. (Foto: JAVIER SORIANO/AFP)

Nadia Calviño ist die Nachfolgerin des Deutschen Werner Hoyer als Chefin der EU-Förderbank. Eine prominente Konkurrentin zieht den Kürzeren.

Von Jan Diesteldorf, Brüssel

Die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calviño wird von Januar an als Nachfolgerin des Deutschen Werner Hoyer die Europäische Investitionsbank (EIB) leiten. Darauf hätten sich die Finanzminister der 27 EU-Staaten geeinigt, sagte Belgiens Finanzminister Vincent van Peteghem am Freitagmorgen in Brüssel. "Wir haben uns darauf verständigt, dass Nadia die Kandidatin ist, die Spanien dem Verwaltungsrat vorschlagen wird", sagte van Peteghem. Calviño wird die erste Frau an der Spitze der Bank mit Sitz in Luxemburg. Ihre Berufung müssen die Mitgliedstaaten noch formal bestätigen.

Die EIB ist die größte multilaterale Förderbank der Welt und eines der wichtigsten Instrumente der EU für Zukunftsausgaben sowie inzwischen für den Wiederaufbau der Ukraine. Die Bank unterstützt etwa europaweit den Bau von Windparks und Fotovoltaik-Anlagen, finanziert Schienenwege oder den Breitbandausbau. Mehr als die Hälfte der Zusagen soll dem Klimaschutz dienen. Im vergangenen Jahr zeichnete die Bank 72,5 Milliarden Euro an Finanzierungen frei und ermöglichte so nach eigenen Schätzungen Investitionen in Höhe von 260 Milliarden Euro. Seit ihrer Gründung im 1958 hat sie mehr als eine Billion Euro investiert.

Calviño, 55, blickt auf eine lange Karriere bei der EU-Kommission, zurück. Vor ihrem Wechsel ins Kabinett von Pedro Sánchez in Madrid 2018 leitete sie die Haushaltsabteilung der Brüsseler Behörde. Sie soll ihren neuen Posten zum 1. Januar antreten. Ihre Berufung ist zugleich eine Niederlage für die dänische Kommissarin Margrethe Vestager, die sich ebenfalls für die Aufgabe empfohlen hatte. Werner Hoyer, 72, war seit 2012 Präsident der Bank.

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