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Geldanlage:Vor- und Nachteile von ETFs

Was sind die Vorteile?

Anleger können über ETF breit gestreut, das heißt zu einem geringeren Risiko, in die Kapitalmärkte investieren. Das ist ein unschätzbarer Vorteil. Der andere große Vorteil sind die niedrigen Kosten, da ETF keinen Fondsmanager brauchen, sondern automatisiert funktionieren. Die Gebühren für große Indizes wie Dax oder S&P 500 liegen gerade mehr bei rund 0,1 Prozent im Jahr, beim MSCI World sind es 0,3 bis 0,5 Prozent. Aktiv gemanagte Fonds dagegen verlangen kaum unter einem Prozent, manche auch zwei Prozent, hinzu kommt häufig eine Kaufgebühr von bis zu fünf Prozent.

Was sind die Nachteile?

Institutionen wie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich oder der Internationale Währungsfonds haben sich mit den Risiken von ETF bereits befasst. Das Fazit: Eine konkrete Bedrohung für die Finanzstabilität lässt sich aus dem ETF-Boom nicht ableiten. "Bisher haben sich ETF in der Dotcom-Krise und in der große Finanzkrise bewährt", sagt Franz Rieber, ETF-Experte beim Münchner Medienunternehmen Isarvest. Die drei größten Anbieter hielten zwar 80 bis 90 Prozent aller ETF-Anlagen, doch bei einem Börsencrash würde ihr Vermögen nicht geschädigt; die Buchverluste beträfen nur die Anleger. Allein die Einnahmen der Fondsgesellschaften aus Aktien-ETF würden geringer ausfallen. Manche Experten warnen davor, dass ETF die Probleme bei einem Crash möglicherweise verstärken, weil die Kurse verrückt spielen könnten, wenn alle auf einmal verkaufen wollen.

Worauf sollten Anleger achten?

Eine aktuelle Studie der Quirin Privatbank weist darauf hin, dass es bei ETF überraschend große Unterschiede in der Rendite gibt. Der Grund: Es spielen dabei auch andere Faktoren eine Rolle als die Gebühren, zum Beispiel Transaktionskosten und Steuern. Wer etwa vor zehn Jahren 50 000 Euro in einen Dax-ETF investierte, hat jetzt beim besten Anbieter (Deka) 3305 Euro mehr auf dem Konto als beim schlechtesten (Lyxor). In der Tendenz schneiden Deka, Xtrackers und iShares gut ab. "Wenn ein ETF seinem Index über längere Zeit gut und stabil gefolgt ist, kann er auch für aktuelle Anlageentscheidungen in die engere Wahl kommen", sagt Kai Hattwich von der Quirin Privatbank, die auf Honorarberatung spezialisiert ist. Es gebe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich das gute Abschneiden auch in Zukunft fortsetzen werde. Generell empfiehlt die Quirin Privatbank bei Aktien-ETF eine möglichst internationale Ausrichtung.

© SZ vom 08.11.2018
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Von Harald Freiberger

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