Modemarke:Esprit meldet Insolvenz für Europageschäft an

Lesezeit: 1 min

57 Esprit-Filialen gibt es derzeit noch in Deutschland. (Foto: Christoph Hardt via www.imago-images.de/imago images/Future Image)

Seit Jahren steckt das Unternehmen, das besonders in Deutschland stark war, in der Krise. 1500 Mitarbeiter sind hierzulande von der Pleite betroffen.

Der Modekonzern Esprit ist in finanzielle Schieflage geraten. Das Unternehmen hat für seine Obergesellschaft, die Esprit Europe GmbH, sowie sechs weitere deutsche Töchter Anträge auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Das gab Esprit am Mittwoch in einer Mitteilung bekannt. Der Geschäftsbetrieb soll bis auf Weiteres fortgeführt werden.

Die etwa 1500 betroffenen Mitarbeiter in Deutschland wurden informiert, wie es weiter hieß. Ziel sei, das maßgeblich aus Deutschland geführte europäische Geschäft zu restrukturieren und zukunftsfähig auszurichten, teilte das Unternehmen mit. Gespräche mit einem interessierten Finanzinvestor seien bereits geführt worden. Die Verhandlungen über den Erwerb der Markenrechte für Europa befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium.

Die bisherige Geschäftsführerin Man Yi Yip wird laut der Mitteilung aus dem Unternehmen ausscheiden. Die Rechtsanwälte Christian Gerloff und Christian Stoffler sollen die Leitung übernehmen und den Modekonzern sanieren. Esprit habe seit "seit geraumer Zeit unter sinkenden Umsätzen" gelitten, sagte Gerloff.

Betroffen von der Insolvenz sind wesentliche Teile des europäischen Geschäftes. Die Esprit-Töchter in Belgien und in der Schweiz hatten bereits im März dieses Jahres Insolvenz angemeldet.

Esprit ist weltweit in etwa 40 Ländern aktiv und hat seine Hauptzentralen im nordrhein-westfälischen Ratingen und in Hongkong. Deutschland ist der wichtigste Markt für den Konzern. Bundesweit gibt es nach Unternehmensangaben 57 Filialen, in Europa 124.

Die Esprit Europe GmbH, die ihren Sitz in Ratingen hat, ist die Obergesellschaft für Esprit in Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich, die skandinavischen Länder, Polen und Großbritannien. Einkauf und Vertrieb sind in diversen europäischen Tochter- und Enkelgesellschaften organisiert. Der Modekonzern Esprit hatte bereits im Jahr 2020 ein Schutzschirmverfahren für mehrere deutsche Gesellschaften beantragt. Damals waren etwa 50 Filialen in Deutschland geschlossen worden, etwa 1100 Stellen wurden gestrichen.

© SZ/dpa - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Shopping-App
:Wem Temu wirklich gefährlich werden kann

Die chinesische Shopping-Plattform verliert gegen deutsche Verbraucherschützer. Das klingt erst mal gut, doch das Problem mit der App hat eine viel größere Dimension.

Von Michael Kläsgen

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: